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Wo 25 Nationen vertreten sind

Seit zwei Jahren ist die British School Bern im Sperlisacher zu Hause. Ein Besuch beim Wohltätigkeitsbasar.

Die Leiterinnen der British School: Aisha Osman, Michelle Flieler und Sybil Erdmann (v.l.).
Die Leiterinnen der British School: Aisha Osman, Michelle Flieler und Sybil Erdmann (v.l.).
Iris Andermatt

Gutes tun – das wollen in der vorweihnächtlichen Zeit viele. Bei der British School Bern ist es Tradition, mit einem Basar Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Dieses Jahr geht das Geld – es werden um die 3000 Franken sein – an den Shamba Trust in Swasiland im südlichen Afrika, eine Organisation, die sich vor allem um Kinder kümmert, die wegen der hohen Aidsrate zu Waisen geworden sind.

Der Basar am Samstag ist eine Gelegenheit, um eine kleine Schule kennen zu lernen, die seit August 2016 im Kirchgemeindehaus Sperlisacher in Rüfenacht eingemietet ist. «Welcome to the British School» heisst es auf einem von 25 Flaggen eingerahmten Plakat am Eingang. «Unsere 65 Schüler kommen aus diesen 25 Nationen», sagt Michelle Flieler, eine der Schulleiterinnen, «aus Grossbritannien, aus den USA, aber auch aus der Türkei, Japan, Südafrika und aus Syrien.» Die Lehrpläne sind zwar britisch, aber ansonsten herrscht eindeutig Multikulti. Das zeigt auch das bunte Treiben am Basar, an dem Essen aus vieler Herren Ländern angeboten wird.

«Ideale Räumlichkeiten»

Präsent sind vor allem Eltern und Verwandte, Einheimische sucht man vergebens. Und doch: «Wir fühlen uns sehr wohl hier», sagt Schulleiterin Flieler, «das Kirchgemeindehaus bietet ideale Räumlichkeiten für uns, und wir werden von den lokalen Behörden unterstützt.» Der Turnunterricht zum Beispiel finde in der nahen Turnhalle der Primarschule statt, das Schwimmen im Lehrschwimmbecken Melchenbühl. Auch für die reformierte Kirchgemeinde Worb, für die das Kirchgemeindehaus zur Belastung geworden war, ist die Präsenz der British School ein Gewinn. Der langfristige Mietvertrag sorgt finanziell für eine willkommene Verschnaufpause.

Die British School ist nicht die einzige Schule in der Region, an der auf Englisch unterrichtet wird. Bekannter und mit 330 Schülern viel grösser ist die International School of Berne in Gümligen (IS Berne). Was macht den Reiz der Schule im Sperlisacher aus, an der auch nur von der Vorschule bis zur 6. Klasse unterrichtet wird? «Wir wollen gar nicht grösser werden», sagt Michelle Flieler, «unser Vorteil sind Klassen mit höchstens 10 Schülern und damit die Möglichkeit, auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen.» Zwischen der British School und der IS Berne gibt es laut Flieler «keine Animositäten», man arbeite in verschiedenen Bereichen zusammen.

Beides sind Privatschulen und als solche nicht ganz billig. In der British School kostet ein Schuljahr 20000 Franken, die IS Berne ist deutlich teurer.

Lob der Kleinheit

Stimmen von Eltern am Basar machen deutlich, dass vor allem Kleinheit und familiäre Atmosphäre ein Pluspunkt für die British School sind. Das Schweizer Ehepaar Sabine und Hanspeter Mäder, das seinen Nachwuchs hier unterrichten lässt, um ihm Englisch mit auf den Weg zu geben, findet nur lobende Worte für die Lehrkräfte an der British School. Es seien «immer die gleichen», sie seien «sehr engagiert» und sähen Kinder «als Individuen». Im Schweizer Schulsystem hat sich ihrer Meinung nach zu vieles geändert.

Mary Roberts aus Südafrika liess ihren Sohn in beiden englischsprachigen Schulen schnuppern. «Er entschied sich für die British School und ist sehr glücklich», sagt sie.

Anfang mit 5 Schülern

Bei der Gründung 1988 war die British School noch kleiner. Ganze 5 Schülerinnen und Schüler waren es, welche die Gründerin Enis Pott 1988 in ihrer Wohnung in Muri unterrichtete. «Ich wollte eine Alternative zur amerikanischen Schule», sagt Pott, die am Basar für Kaffee und Kuchen zuständig ist. 2017 übergab sie die Schule an die heutigen Leiterinnen Michelle Flieler, Sybil Erdmann und Aisha Osman. Männer sind – wie in Schweizer Primarschulen – auch hier in der Minderheit: Von den 15 Lehrpersonen sind 2 männlich.

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