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Ypsomed-Gründer Michel spendet 50 Millionen Franken

Der Gründer der Burgdorfer Ypsomed-Gruppe, Willy Michel, investiert in Bern 50 Millionen Franken in den Aufbau eines Forschungszentrums für Diabetes.

Willy Michel, Gründer der Ypsomed-Gruppe, will die Erforschung neuer Therapiemethoden gegen Diabetes unterstützen.
Willy Michel, Gründer der Ypsomed-Gruppe, will die Erforschung neuer Therapiemethoden gegen Diabetes unterstützen.
Thomas Peter, Keystone

Bern erhält ein privat finanziertes Forschungszentrum für Diabetes. Der Verwaltungsratsprä­sident der Burgdorfer Ypsomed Gruppe, Willy Michel, stellt 50 Millionen Franken aus der eigenen Tasche für das Zentrum zur Verfügung, das sich im Neubau der Sitem-Insel AG auf dem Areal des Inselspitals einquartieren will.

Hinter dem Projekt stehen neben Willy Michel auch dessen Sohn Simon, Chef von Ypsomed, sowie Christoph Stettler, Direktor der Universitätsklinik für Diabetologie, Endokrinologie, Ernährungsmedizin und Metabolismus der Insel-Gruppe.

Der Fokus des Diabetes Center Berne (DCB) liegt gemäss einer Mitteilung auf ungelösten Problemen im Zusammenhang mit der Volkskrankheit.

Um Folgekrankheiten zu verhindern, müsste die Therapie automatisiert werden, heisst es. So gelte es etwa, die Blutzuckermessung zu vereinfachen. Die 50 Millionen Franken sollen einerseits in der Forschung und Entwicklung von neuen Lösungen eingesetzt werden. Andererseits sollen damit Start-ups unterstützt werden, die in diesem Umfeld forschen.

Mit dem Aufbau des Diabeteszentrums wird noch in diesem Jahr begonnen. Vor Februar 2019 dürfte es aber den Betrieb nicht aufnehmen. Dann erst wird der Neubau des translationalen Zentrums, der Sitem-Insel, abgeschlossen sein. Seit Anfang Jahr wurde der Aushub vorgenommen, kommende Woche erfolgt die Grundsteinlegung für den 90-Millionen-Bau.

Zentrum ist unabhängig

Die Sitem-Insel hat sich dem Übergang medizinischer Erkenntnisse aus Forschung oder Industrie in die klinische Anwendung verschrieben, der sogenannten Translation. Genau in diesem Bereich will sich auch das Diabetes Center Berne positionieren, weshalb die Sitem-Insel die «optimalen Rahmenbedingungen» für das Projekt biete.

Trotz der privaten Finanzierung durch Ypsomed-Gründer Michel werde das DCB unab­hängig sein, betont Benjamin Overney, Leiter Investor & Public ­Relations bei Ypsomed.

Das Zentrum soll mit Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt zusammenarbeiten. «Es ist aber denkbar, dass Ypsomed sich in Zukunft an Technologien, welche im DCB entstehen werden, beteiligen wird», so Overney.

Diese Möglichkeit stehe jedoch jedermann offen. Umgekehrt könne die Nähe zu Ypsomed auch für das neue Zentrum interessant sein. Denn das Unternehmen verfügt in der Entwicklung von Produkten in der Diabetestherapie über viel Erfahrung und macht damit einen guten Teil seines Jahresumsatzes von rund 390 Millionen Franken.

Internationale Ausstrahlung

Das Forschungszentrum soll auch eng mit der Universitätsklinik für Diabetologie, Endokrinologie, Ernährungsmedizin und Metabolismus der Insel-Gruppe zusammenarbeiten. Klinikdirektor Stettler hofft, mit dem Projekt «Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt» nach Bern zu holen.

Eine internationale Ausstrahlung erwartet auch der bernische Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann (SP). Dank dem Diabeteszentrum werde der Medizinalstandort Bern weiter gestärkt.

Bereits länger bekannt ist zudem, dass sich auch die CSL Behring in der Sitem-Insel engagieren wird. Dass es nun gelungen ist, auch Ypsomed für das trans­lationale Zentrum zu gewinnen, führt Ammann auf die Dynamik im Projekt zurück. «Im letzten Jahr ist sehr viel passiert.»

So haben etwa Kanton und Bund ihre Startbeiträge von je rund 25 Millionen Franken bewilligt, und das Baubewilligungsverfahren wurde abgeschlossen. «Offenbar haben die potenziellen Nutzer der Sitem-Insel diese Dynamik wahrgenommen», sagt Ammann.

«Gutes Zeichen»

Das bestätigt Felix Frey, Geschäftsführer der Sitem-Insel AG. Derzeit seien Verhandlungen mit vier weiteren Unternehmen – eines aus Kanada, zwei aus Deutschland und eines aus der Region Bern – im Gang. Spruchreif sei aber noch nichts. Das Engagement von Ypsomed begrüsst Frey nicht nur aus finanzieller Sicht.

Felix Frey, Geschäftsführer des translationalen Zentrums Sitem-Insel, freut sich über das Engagement von Ypsomed. Bild: zvg
Felix Frey, Geschäftsführer des translationalen Zentrums Sitem-Insel, freut sich über das Engagement von Ypsomed. Bild: zvg

«Im Endstadium von Diabetes treten Komplikationen in beinahe allen medizinischen Fachbereichen auf. Deshalb ist ein solches Zentrum ein zukunftsweisendes Projekt.» Zudem gebe es in der Schweiz keine vergleichbare Institution.

Frey wertet die 50-Millionen-Beteiligung auch als gutes Zeichen für die Pharma- und Medizintechnikindustrie. «Wenn jemand sein Geld mit kranken Menschen verdient, sollte er dieses auch wieder investieren.»

Letztlich würden davon nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Patienten profitieren.

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