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Katholischer Pfarrer soll Amt abgeben

wabernSeit 2009 steht der Pfarrer Marian Miklaszewski dem Team der katholischen Kirchgemeinde St.Michael vor. Seither kündigten sieben Mitarbeitende. Nun beantragt der römisch-katholische Kirchgemeinderat ein Amtsenthebungsverfahren.

Der Fall erinnert an das Verfahren gegen den reformierten Könizer Pfarrer André Urwyler: Sein katholischer Amtskollege Marian Miklaszewski im Könizer Ortsteil Wabern soll seines Amtes enthoben werden. Rumort hat es in der katholischen Kirche Wabern schon länger (wir berichteten). Sieben Personen haben innerhalb gut eines Jahres gekündigt. Wegen «schwerwiegender Differenzen im Pfarreiteam und damit verbundener Kündigungen» soll nun ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet werden, wie die Katholische Kirche Region Bern mitteilt. Ähnlich schwammig lauteten die Vorwürfe gegen Urwyler. Die beiden Fälle sind vergleichbar. Noch nie vorher gab es im Kanton Bern solche Verfahren gegen Pfarrer, wie Hansruedi Spichiger sagt. Der Beauftragte für kirchliche Angelegenheiten erklärt, dass die kantonale Justiz, Gemeinde- und Kirchendirektion eine externe Stelle mit Abklärungen beauftragt habe. Der Kirchgemeinderat muss die Amtsenthebung beim Kanton beantragen. «Wir warten, bis der Antrag eintrifft, dann wird die Kirchendirektion entscheiden», so Spichiger. In welchem Zeitrahmen, kann er nicht sagen. «Erhebliche Defizite» Der Bericht der externen Organisation liegt bereits vor. Er stellt fest, «dass das Führungsverhalten von Pfarrer Miklaszewski klar ungenügend ist.» Der 52-Jährige zeige organisatorische und administrative Defizite und habe sich gegenüber Mitarbeitenden diskriminierend verhalten. Aus diesen und anderen Gründen komme er für die Leitung und den Neuaufbau der Pfarrei Wabern nicht infrage. Im Bericht steht auch, dass Miklaszewski zur «aktuellen sehr schwierigen Situation in der Pfarrei Wabern wesentlich beigetragen hat». Es liege aber kein strafrechtlich relevantes Verhalten vor, schreibt Ludwig Spirig von der Kommunikationsstelle Katholische Kirche Bern. Krank geschrieben Auf Anfrage erklärte gestern Ludwig Spirig, dass das Pfarreileben unter anderem wegen der vielen Kündigungen sehr schwierig geworden sei. Auf die Frage, wie sich das «diskriminierende Verhalten» des Pfarrers denn geäussert habe, gibt er keine detaillierte Auskunft. Nur so viel: «Es gab schwerwiegende Probleme mit der Zusammenarbeit.» Die Schwierigkeiten seien so gravierend gewesen, dass der Kirchgemeinderat die Amtsenthebung beim Kanton beantrage, auch soll Pfarrer Miklaszewski mit sofortiger Wirkung von allen seinen Pflichten freigestellt werden. Der für Bern zuständige Basler Bischof Felix Gmür sichert dem Kirchgemeinderat für diese Massnahmen seine Unterstützung zu. Pfarrer Marian Miklaszewski selber ist krank geschrieben. Er war gestern telefonisch nicht erreichbar, um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Der Untersuchungsbericht ermahnt aber auch die Katholische Kirche Region Bern: Sie soll inskünftig eine «professionellere Führungskultur» zu pflegen. Die Zuordnung von Zuständigkeiten und Kompetenzen soll klar und transparent geregelt werden. Damit habe man bereits begonnen, wie die Kommunikationsstelle festhält.Laura Fehlmann>

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