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Katzen- Mörder verurteilt

gericht thunDer Mann, der vor zwei Jahren eine Katze mit Pfeil und Bogen tödlich verwundete, wurde gestern in Thun der Tierquälerei schuldig gesprochen.

Gestern konnte der Prozess um den Vorfall vor zwei Jahren, als einer Katze ein 80 Zentimeter langer Carbonpfeil in den Kopf geschossen wurde, vor dem Regionalgericht Thun abgeschlossen werden. Die Anklage lautete auf Verstoss gegen das Tierschutzgesetz durch Misshandlung sowie qualvolle Tötung eines Tieres. Als Privatkläger trat der Dachverband Berner Tierschutzorganisationen auf. Der Grund der Schussabgabe konnte trotz der erheblichen Länge des Gesamtverfahrens nicht eruiert werden. Katze qualvoll gestorben Der Pfeil durchbohrte die Nase, den Oberkiefer und die Zunge des Katers, bevor er im Unterkiefer steckenblieb. Das angeschossene Tier irrte mindestens einen ganzen Tag, mit dem Geschoss aus dem Gesicht ragend, durch die Umgebung und konnte erst am nächsten Tag von seinem Besitzer unter dem Bienenhaus des Nachbarn in die Enge getrieben, eingefangen und zum Tierarzt gebracht werden. Das Tier musste eingeschläfert werden. Der Angeklagte, der in derselben Gegend wie der Besitzer der verschiedenen Katze wohnt, bestritt während des gesamten Verfahrens standhaft, dass er derjenige gewesen sei, der auf die Katze geschossen habe. Auf dem Land gehörten Katzen, welche die Grundstücksgrenzen nicht respektieren, ja zum Landschaftsbild. Das Geständnis, das er zwei Polizeibeamten einige Wochen nach dem Vorfall abgelegt habe, sei unter erheblichem Druck von den beiden Befragern entstanden und sei infolgedessen nichtig und nicht als Beweis anzuerkennen. Die beiden Beamten hätten ihn, ohne ihn über seine Rechte aufzuklären, «nach Bern geschleppt» und dort «nach wahrer Wildwestmanier» unter Druck gesetzt. Strafe von 48 Tagessätzen Als Zeugen waren gestern der Katzenbesitzer als auch ein Arzt, der ein psychiatrisches Gutachten erstellt hatte, vor Gericht geladen. Der ehemalige Besitzer des Tieres sagte aus, dass er im Rahmen eines Gespräches über die verstorbene Katze gefragt worden sei, ob die Anzeige nicht eventuell zurückzuziehen wäre, da der jetzige Angeklagte erheblichem Druck ausgeliefert worden sei. Gerichtspräsident Jürg Santschi verkündete schliesslich das Urteil, in welchem der Angeklagte vollumfänglich aller Vorwürfe schuldig gesprochen und zu 48 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt wurde. Der Richter rügte das Verhalten des Angeklagten, der sich bei jeder neuen Fragestellung «eine neue abstruse Geschichte» ausgedacht habe und nicht davor zurückgeschreckt sei, vornehmlich den erwähnten Polizeibeamten, aber auch anderen Prozessbeteiligten, unseriöse und schädigende Fehler und Machenschaften zu unterstellen. Herausragend war der Umstand, dass der Sportbogen, der auf dem Heuboden seiner Mutter versteckt war und in der Verhandlung als Beweisstück diente, plötzlich ein anderes Modell sein sollte und der Pfeil, der mit der toten Katze bei der Anzeige fotografiert wurde, auch nicht mehr der seine war. Markus Kestenholz >

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