Kein Büechli, aber ein Film

Frutigen/Adelboden

Zum 100-Jahr-Jubiläum der AFA (Automobilverkehr Frutigen-Adelboden AG) gab es ­keine Jubiläumsschrift, sondern es wurde ein Film gedreht. Die AFA ist auf Kurs, hat ihre Geschäftsfelder erweitert und besitzt 28 Busse.

Zum 100-Jahr-Jubiläum wurde ein AFA-Bus ausgeweidet und von der Kunstschule Chur nach dem Thema «Einst bis in eine utopische Zukunft» gestaltet. Paul Graf (rechts) und Beat Luginbühl stehen davor.

Zum 100-Jahr-Jubiläum wurde ein AFA-Bus ausgeweidet und von der Kunstschule Chur nach dem Thema «Einst bis in eine utopische Zukunft» gestaltet. Paul Graf (rechts) und Beat Luginbühl stehen davor.

(Bild: Rösi Reichen)

Alle Aktionäre bekamen an der AFA-Generalversammlung in Frutigen eine 100-Jahr-Jubiläums-DVD geschenkt. Es wurde ein 12-minütiger Zusammenschnitt des 70 Minuten dauernden Films gezeigt. VR-Präsident Beat Luginbühl hiess die 64 Anwesenden (natürlichen Personen) herzlich willkommen und leitete die 100. GV mit den Worten ein: «Wir haben allen Grund, zurückzuschauen und dankbar dafür zu sein, was wir erreicht haben.»

Mit den juristischen Personen und den durch Vollmacht vertretenen Aktien beschlossen total 31,4 Prozent (1411 Stimmen) einstimmig und nach dem Willen des Verwaltungsrates über die Traktanden.

Finanzielles Polster

In allen abgeltungsberechtigten Sparten (ÖV) konnten Rücklagen getätigt werden. Von den 28 Fahrzeugen sind deren 15 neu (maximal dreijährig). Die noch jungen Geschäftsfelder Reisen, Taxi und Technik entwickelten sich «zur Zufriedenheit», so Luginbühl. Gesellschaftsreisen würden vermehrt gebucht, auch weil die einjährigen 40-Plätzer-Reisebusse viel Beinfreiheit, bequeme Sitze, guten Bordservice, eine Toilette sowie Buchsen für den Empfang von Musik und Filmen über Kopfhörer böten.

In Frutigen und Adelboden wurde ein 24-Stunden-Taxidienst aufgebaut, der auch «zunehmend gebraucht» werde. In den vor zwei Jahren eröffneten Werkstätten des Technikgebäudes in Frutigen wird eine Waschanlage für grosse Fahrzeuge zur Verfügung gestellt und beim Bahnhof Diesel verkauft. Die Zunahme der Aufträge von Drittpersonen «sei erfreulich». Beat Luginbühl lobte die AFA-Mitarbeiter (51,8 Vollzeitstellen) für deren engagierten Einsatz.

Für den Fahrdienst und die Administration wurde je ein zusätzlicher Mitarbeiter eingestellt. Geschäftsführer Paul Graf berichtete von leicht tieferen Frequenzen im öffentlichen Verkehr (über alle Linien gezählt 3 Prozent) und einer geringeren Auslastung der Fahrzeuge (weniger Touristen in den Ferienorten).

Dennoch ist der Ertrag dank höherer Preise gestiegen. Die Einbussen würden sich wahrscheinlich im Abschluss des nächsten Geschäftsjahres auswirken, fand Graf. Im Ortsverkehr Kandersteg zum Beispiel sei ein Rückgang der Frequenzen Tatsache. Deshalb werde zuerst die Talstation Sunnbüel bedient und mit dem gleichen Bus anschliessend die ­Oeschinenbahn, was nicht optimal, aber aus finanziellen Gründen anders nicht machbar sei.

Die Rechnung schloss per Ende 2016 positiv ab. Der Sachaufwand beträgt 6,3 Millionen Franken. Der grösste Brocken davon sind die Personalkosten von knapp 4 Millionen Franken. Der Ertrag ist mit 8,26 Millionen Franken beziffert. Der Gewinn von 50 300 Franken wird auf die neue Rechnung übertragen. Das Eigenkapital beträgt 2,4 Millionen.

Für die Zukunft rüsten

Paul Graf ist sich bewusst, dass die Fahrgäste Informationen bei Störungen, Verspätungen oder Infos zum Fahrplan über das Smartphone abrufen möchten. «Unser Ziel ist es, den Kunden diese Wünsche zu den AFA-Linien in Zukunft zu erfüllen.»

An der Generalversammlung war zu vernehmen, dass im Juli die Jubiläumsfeier der AFA-Technik in Frutigen, im August eine Jubiläumsreise nach Mannheim, im Oktober ein Konzert und eine Jubiläumsfeier in Adelboden sowie im November ein Unterhaltungsabend an der Lenk auf dem Programm stehen.

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