Kein kalter Kaffee: Röstung neu per Automat

Eine voll automatisierte Anlage sorgt bei der H&R Gastro AG in Interlaken neu für vier verschiedene Mischungen gerösteten Kaffee. Rund 500'000 Franken wurden investiert.

In dieser voll automatisierten Röstanlage der H&R Gastro AG werden verschiedene Sorten Kaffee geröstet.

In dieser voll automatisierten Röstanlage der H&R Gastro AG werden verschiedene Sorten Kaffee geröstet.

(Bild: Ueli Flück)

Was der Firmengründer 1847 begann, wird bei der Firma H&R Gastro noch heute gepflegt: das Kaffeerösten. Seit kurzer Zeit ist eine neue, moderne, rund eine halbe Million teure Anlage (samt neuem Silo) in Betrieb, die nicht mehr von Hand, sondern elektronisch gesteuert wird. «Trotz der Automation braucht es aber nach wie vor einen Röstmeister, der den Röstvorgang überwacht», erklärt Category Manager Filipe de Almeida.

Die Firma H&R-Gastro röstet vier verschiedene Mischungen, vom hellen Café Crème bis zum feurigen Espresso: Wiener, Mocca, Orient und Rustico. Die Rohkaffees – fünf verschiedene Sorten – werden von einem H&R-externen Partner gezielt in Brasilien, Indien und Guatemala eingekauft.

Richtige Zusammensetzung

Der Rohkaffee wird in Säcken angeliefert und nach manuellem am Einfüllgatter automatisch in Silos, die an eine Entstaubungsanlage angeschlossen sind, befördert. Von den Silos, deren Füllstand laufend aktuell angezeigt wird, kommt der Rohkaffee in der für jede Mischung richtigen Zusammensetzung in die Rösttrommel. «Die Röstprofile beruhen auf jahrelanger Erfahrung und sind neu nun im Computer hinterlegt», erklärt Filipe de Almeida. Eine Röstung – 60 Kilo Rohkaffee – dauert je nach Mischung 12 bis 15 Minuten. Das Röstgut wird dabei auf 220 bis 230 Grad erhitzt und dann auf einem Sieb mit kalter Luft innerhalb von 4 Minuten auf unter 50 Grad (handwarm) abgekühlt.

20 Röstungen pro Tag

Der ganze Vorgang wird vom Röster, der während des Röstvorgangs Proben entnimmt, überwacht. An Rösttagen – die Anlage ist nicht täglich in Betrieb – erfolgen in der Regel 20 Röstungen. Pro Jahr werden rund 110 Tonnen Rohkaffee für den H&R-Kaffee geröstet und als «dä vo hie» im Berner Oberland bei Coop, in der Landi und in Bäckereien verkauft.

Vor 172 Jahren gegründet

Die H&R Gastro AG ist seit 1982 an der Geissgasse in Interlaken (nahe der Grenze zu Bönigen) zu Hause. Die Firma, deren Wurzeln urkundlich ins Jahr 1847 zurückreichen, positioniert sich als Einkäufer für die Gastronomie im Berner Oberland. Ein grosses Anliegen ist auch die Förderung von Qualitätsprodukten aus dem Berner Oberland. «Damit leisten wir einen grossen Beitrag an die regionale Wertschöpfung», erläutert Firmeninhaber und Geschäftsführer Urs Reinhard.

Die Produkte würden zu marktgerechten Preisen angeboten. Eine langfristige partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kunden stehe im Vordergrund, versichert Reinhard. 2003 baute die Firma ein neues Tiefkühlhaus und weihte 2016 ein Frischkühllager ein. H&R Gastro AG beschäftigt 50 Mitarbeitende, davon 5 Lernende, und hat circa 5000 Artikel am Lager.

Berner Oberländer

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