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Keine Fussgängerzone in der Marktgasse

Stadt BernDer Stadtrat will Trams und Busse nicht aus der Spital- und Marktgasse verbannen. Die Fussgänger-zone scheitert vor allem an der Enge der Innenstadt.

Die FDP pries gestern im Stadtrat die Fussgängerzone in der Spitalgasse und der Marktgasse Berns als Vision an. Sie wollte mit einer Motion den Gemeinderat beauftragen, den öffentlichen Verkehr aus der Hauptgasse zu verlegen. Alexandre Schmidt klagte, die Zustände für Fussgänger seien schlicht «jämmerlich». «In Basel waren auch alle dagegen, die Steinenvorstadt zur Fussgängerzone zu machen. Heute ist sie lebendiger denn je», warb er. Dass sich der Handels- und Industrieverein sowie Bern City seit dem Auftakt der Debatte am 13.Januar ablehnend geäussert haben, tat Schmidt ab als «vorschnellen Positionsbezug». Claude Grosjean (GLP) sah darin eher ein Indiz, wie die FDP an ihrer Wählerschaft vorbeipolitisiere. Luzius Theiler (GLP) wollte gar noch weiter gehen und den öffentlichen Verkehr nicht mehr durch die Altstadt zum Bahnhof führen. Das ging der SVP zwar zu weit. Doch das Experiment Fussgängerzone wollte sie wagen. Über die Routen der Trams könne man dann später diskutieren, schlug Roland Jakob vor. Davon hielt Tiefbaudirektorin Regula Rytz (GB) nichts: «Man kann nicht eine Vision formulieren, ohne sich um den Weg da-hin zu kümmern», kritisierte sie. Fussgängerzonen seien etwas Schönes. Dank Pollern seien Aarberger- und Neuengasse ab elf Uhr morgens auch zu solchen geworden. Die Hauptachse des öffentlichen Verkehrs lasse sich dagegen nicht komplett in Nebengassen verbannen. Dafür seien die räumlichen Verhältnisse in der historischen Altstadt zu eng. Das unterscheide Bern von Basel. Sie machte dem Stadtrat beliebt, im Rahmen des Trams Region Bern einen zweiten Schienenstrang zu planen, um den Verkehr besser verteilen zu können. «Damit ist auch der Kanton einverstanden», sagte sie. Davon, den öffentlichen Verkehr von der Halbinsel zu entfernen, riet sie mit Verweis auf die untere Altstadt ab. Diese habe sich bei der Sanierung der Kram- und Gerechtigkeitsgasse für eine Begegnungszone mit Bus ausgesprochen. Sie hätten den Verlust von Kunden befürchtet. Nicht zu letzt die Überlagerung von City und Altstadt machten die Innenstadt zum umsatzstärksten Einkaufszentrum des Kantons. Der Stadtrat sah dies ein und lehnte die Motion mit 29 Ja- zu 36 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen ab und bestätigte seinen Entscheid vom März 2010. cab>

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