Zum Hauptinhalt springen

«Kinder sind überall gleich»

Am Sonntag wird der Wahl-Berner Lebenskünstler, Zeichner, Nebelspalter, Buchverleger und Charakterkopf Ted Scapa 79 Jahre alt. Ihm zu Ehren weiht das Kindermuseum Creaviva im Zentrum Paul Klee das MiniMuseum Scapa ein.

Ted Scapa, Sie werden am 17.Januar mit dem MiniMuseum Scapa vom Kindermuseum Creaviva für Engagement, Leidenschaft und Humor geehrt. Was bedeutet es Ihnen, mit Kindern zu arbeiten? Ted Scapa: Kinder interessieren und begleiten mich schon mein ganzes Leben lang. Sie sind spontan, echt und ehrlich. Sie sind auf der ganzen Welt gleich. Oft werde ich gefragt, was ich den Kindern beibringe, wenn ich, zum Beispiel, Zeichenkurse gebe. Es sind aber nicht die Kinder, die in erster Linie von mir lernen, sondern ich bin es, der von ihnen lernt. Das zeigt mir meine langjährige Tätigkeit mit vielen Kinder überall auf der Welt. Egal, ob bei der früheren Arbeit beim «Spielhaus» des Schweizer Fernsehens oder bei heutigen Zeichenkursen. Mein Ziel ist es, kleine und grosse Menschen anzustecken, kreativ zu sein und Kunst zu vermitteln. Ich möchte, dass in Kindern und Erwachsenen etwas in Erinnerung bleibt. Möchte ein Souvenir schenken. Ihre ansteckende Art ist sprichwörtlich. Wie lange möchten Sie noch künstlerisch tätig sein? So lange es möglich ist. Weshalb sollte ich auch mit etwas aufhören, das mir Freude bereitet? Das ich tun «muss»? Meine Arbeit und Leidenschaft ist gleichzeitig meine Therapie. Ohne diese Therapie wäre ich wohl – auf Grund dessen, was ich in den vergangenen fünf Jahren erleben musste – schon da unten (zeigt auf die Erde). Meine Kunst ist auch dafür da, dieses Drama zu verkraften und trotz des persönlichen Verlusts weiterzumachen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Wie darf sich der Besucher das MiniMuseum Scapa vorstellen? Gezeigt werden Bronzeskulpturen von mir. Sie sind mit Legenden versehen, die zeigen, wo sie «gefunden» wurden (schmunzelt). «Ausgegraben» wurden sie von Urs Rietmann, dem Leiter des Kindermuseums Creaviva. Eine Skulptur zeigt zum Beispiel das Goldene Kalb. Es stammt aus der Prä-Inka-Zeit. Eine andere stammt aus der Zeit des Megamemmnon Das MiniMuseum ist zwar klein – aber es gibt viel zu entdecken. Welchen Projekten widmen Sie sich nun im 80.Lebensjahr? Für die Krebsliga habe ich zum 100-Jahr-Jubiläum einen Bären entworfen, der an den Poststellen verkauft wird. Ausserdem schrieb ich ein Kinderbuch für die Krebsliga. Ich will weiterhin Kunst- und Zeichenworkshops geben. Am liebsten mit siebenhundert Leuten (lacht). Das macht mir viel Spass. Zusammen mit dem Kindermuseum Creaviva arbeite ich mit blinden Kindern und möchte auch ein Lager für behinderte und blinde Kinder organisieren. Oder Kindergeschichten schreiben. Vor kurzem schrieb ich Bücher, die von verschiedenen Sportarten handeln. Obwohl ich diese nicht selbst ausübe, bin ich begeistert von der Begeisterung der Menschen für etwas. Es gibt noch so viel zu tun. Ich bin einfach fasziniert von der Passion der Menschen. Ich kann und will nicht stillstehen. Interview: Sonja Bauer •www.creaviva-zpk.org >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch