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Kirchgemeinde sucht Integration

steffisburgIn den nächsten Jahren steht in der Kirchgemeinde Steffisburg die Integration im Fokus. Unter dem Titel «Christ sein in einer multireligiösen Umgebung» soll das Verständnis unter Menschen verschiedener Kulturen gefördert werden.

«Integration ermöglichen und Dialoge suchen sind christliche Grundwerte», sagt Thomas Schweizer, «wie sie im Gemeindeleitbild und im Schulleitbild der Gemeinde Steffisburg verankert sind.» Der Sozialdiakon im Dienst der reformierten Kirchgemeinde Steffisburg ist Mitglied des Teams, das den Veranstaltungszyklus «Christ sein in einer multireligiösen Umgebung» plant, organisiert und durchführt. Dabei geht es, so versichert Schweizer, nicht in erster Linie um Glauben und Religiosität, sondern um Fragen des einfachen Alltags. «Wenn sich ein Muslimjunge und die Tochter einer westlich-christlichen Familie verlieben, ist das für beide Seiten eine Herausforderung», sagt Schweizer. Aber auch Differenzen zwischen Christentum und Wissenschaft interessieren in Zeiten der Suche nach dem sogenannten Gottesteilchen, dem Higgs-Boson, mehr Menschen als nur Kirchengänger. Eine andere der mehr als ein Dutzend Veranstaltungen umfassende Reihe allein in diesem Jahr widmet sich im Rahmen einer Dorfführung mit dem Fahrrad dem Thema «Christliche Werte, umgesetzt im Alltag». Thomas Schweizer sagt, seine tägliche Arbeit führe ihn immer wieder in Situationen, in denen er Menschen aus andern Ländern ganz einfache Alltagsdinge vermitteln müsse. «Es gibt Leute, die müssen erst lernen, wie hier eine Wohnung geputzt wird», sagt er – und fügt an: «Da Hilfestellung zu bieten, unabhängig aus welcher Religionsgemeinschaft jemand stammt, ist christliche Nächstenliebe.» Dabei gehe es nicht einmal darum, Menschen anderer Kulturen oder Religionen zum Christentum zu bekehren. «Die meisten werden nie Christen», sagt Schweizer. «Aber vielleicht merken sie, dass man mit Christen zusammenarbeiten kann.» Pro Jahr ein Thema Der Veranstaltungszyklus widmet sich jedes Jahr einem eigenen Oberthema: 2012 lautet es «Christ sein herausgefordert von unterschiedlichen Kulturen und Religionen», 2013 «Die Wurzeln des Christentums kennen lernen», und 2014 widmet sich dem «Christentum im Gespräch mit anderen Religionen». Jedes Jahr führt das Organisationsteam eine Auslandreise zu diesem Oberthema durch. Heuer führt diese Ende September, Anfang Oktober auf die griechische Insel Patmos. Dorthin war Johannes, Leiter einiger aufstrebender christlicher Gemeinden in der Südtürkei, verbannt worden, und dort hat er der Überlieferung nach das letzte biblische Buch verfassen lassen, «eine Profilschrift für Christen im multikulturellen Römischen Reich», wie Schweizer es nennt. «Wir werden auf der Reise dieses biblische Buch aus dem Blickwinkel des Widerstandes gegen die Obrigkeit betrachten», sagt Thomas Schweizer und fügt an: «Und nebenbei hat die Insel Patmos eine faszinierende und äusserst ursprüngliche Schönheit zu bieten.» 2013 führt die Reise nach Israel und setzt sich thematisch mit dem multikulturellen und multireligiösen Alltag im Land auseinander; für 2014 ist derzeit eine Reise nach Ägypten angedacht. «Die Kirchgemeinde unterstützt diese Reisen, aber auch die restlichen Veranstaltungen grosszügig», sagt Schweizer, ohne konkrete Zahlen nennen zu wollen. Podium zum Start Eröffnet wird der Zyklus «Christ sein in einer multireligiösen Umgebung» am 23.Januar mit einem Podiumsgespräch. Neben der Kirchgemeinderatspräsidentin Christine Vögeli gestalten auch Gemeindepräsident Jürg Marti, Augenarzt Fred Huggler und Regula Brunke von der Kirchgemeinde Steffisburg den Anlass mit. «Sie alle kommen mit Integration und der multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft auf unterschiedlichste Art in Berührung», sagt Schweizer. Im Anschluss an das Podiumsgespräch referiert Thomas Schlag, der sich an der Universität Zürich mit Kirchenentwicklung auseinandersetzt.Marco ZyssetEröffnungsanlass: Montag, 23.Januar, 19.30 Uhr, Kirchgemeindehaus Steffisburg. www.refsteffisburg.ch>

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