Kirchgemeinden sagen Ja zur Fusion

Saanen/Gsteig

Die Kirchgemeindeversammlungen in Saanen und im Gsteig haben am gleichen Tag Ja gesagt zu einer gemeinsamen Kirchgemeinde. Operativ wird diese auf den 1. Januar 2018 aktiv werden.

Das Kirchgemeindehaus Gstaad wird zum Verwaltungszentrum der Kirchgemeinde Saanen-Gsteig werden, denn hier befindet sich das Sekretariat.

Das Kirchgemeindehaus Gstaad wird zum Verwaltungszentrum der Kirchgemeinde Saanen-Gsteig werden, denn hier befindet sich das Sekretariat.

(Bild: Anne-Marie Günter)

«Es ist nichts Alltägliches, zwei Kirchgemeinden zusammenzuführen, und wir möchten das für alle angenehm gestalten», sagte Kirchgemeindepräsidentin Brigitte Zahnd vor 26 Stimmberechtigten im Kirchgemeindehaus Gstaad. Die Fusion ist sorgfältig vorbereitet worden. In einem Grundlagenbericht wurde umfassend dargelegt, was die beiden Kirchgemeinden einbringen und wie das kirchliche Leben künftig aussehen soll.

In Saanen wird der Ansatz der Kirchensteuer um ein halbes Prozent auf fünf Prozent angehoben, in Gsteig sinkt er um zwei Prozent. Der kirchliche Unterricht beginnt für alle in der zweiten Klasse. «Für den durchschnittlichen Kirchenbesucher ändert sich nichts, es wird Gottesdienste in allen Kirchen geben», sagte Pfarrer Bruno Bader.

«Eine Pionierleistung»

Für die Kirchgemeinde Gsteig war es schwierig geworden, ihre Teilzeitpfarrstelle zu besetzen, in Zukunft wird ein Pfarrteam die Kirchgemeinde Saanen-Gsteig betreuen. Bader ist überzeugt, dass die gewählte Lösung eine Pionierleistung darstellt und sich positiv auswirken wird.

Keine Wortmeldungen

Fragen wurden an der Versammlung keine gestellt. Diskussionslos und einstimmig stimmten die Saaner dem Fusionsvertrag zu und genehmigten das Organisationsreglement der künftigen Reformierten Kirchgemeinde Saanen-Gsteig. Übernommen und angepasst wurde das Reglement der Kirchgemeinde Saanen. Im 11-köpfigen künftigen Kirchgemeinderat werden je vier Vertreter aus Saanen und aus Gsteig sitzen, drei sind frei aus der ganzen neuen Kirchgemeinde wählbar.

Grosse Investitionen

Am 14. November ist eine gemeinsame Kirchgemeindeversammlung vorgesehen, wo auch ein Finanzplan vorgelegt werden wird. In Saanen wurde die Fusion an der ordentlichen Kirchgemeindeversammlung beschlossen; vorgängig wurde die Rechnung vorgelegt. Diese schliesst bei einem Aufwand von 1,9 Millionen Franken mit einem Defizit von 91 566 Franken. Ein Grund dafür waren tiefere Steuereinnahmen.

Die Kirchgemeinde tätigte grosse Investitionen, darunter die Erneuerung des Kirchgemeindehauses und des Dachs der auch dank der Musikanlässe Les Sommets Musicaux de Gstaad und Gstaad Menuhin Festival weithin bekannten Kirche von Saanen. Das Kirchgemeindehaus Gstaad wird zum Verwaltungszentrum der Kirchgemeinde Saanen-Gsteig werden, denn hier befindet sich das Sekretariat.

Nur 14 Mitglieder in Gsteig

Am gleichen Abend stimmte die Kirchgemeindeversammlung Gsteig über die Fusion ab. Präsident Franz Zingre war etwas enttäuscht, dass nur 14 Mitglieder anwesend waren. «Vielleicht sind ältere Leute, die eher etwas skeptisch waren, einfach nicht gekommen», vermutet er. Diskussionslos stimmten 12 Anwesende bei zwei Enthaltungen dem Fusionsvertrag und dem Reglement zu.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...