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Klare Regeln auch nach Schulschluss

LangenthalKnapp zwei Wochen vor Schulbeginn ist per 1. August die Arealordnung für die Schulanlagen in Kraft getreten. Diese soll den Vandalismus eindämmen – und den Behörden eine klare Handlungsgrundlage geben.

Glasscherben, brennende Mülltonnen, eine zerstörte Hochsprunganlage. Nichts, das es noch nicht gegeben hat an Vandalismus auf den Langenthaler Schulanlagen. «Während der Unterrichtszeit haben wir alles im Griff», sagt Rolf Baer, Schulleiter Hard und als Gemeinderat (FDP) für die öffentliche Sicherheit zuständig. Das Problem sei die schulfreie Zeit – sprich: Nächte und Wochenenden. Dann jeweils sind die Schulareale – insbesondere das Kreuzfeld – beliebter Treffpunkt von Jugendlichen. Das sei an und für sich kein Problem, sagt Baer. Die Plätze seien öffentlich, die Spielplätze zur Nutzung da. Jedoch kämen einzelne Jugendliche immer wieder auch auf dumme Ideen. «Die Folgen davon sehen wir dann jeweils am Montagmorgen.» Abhilfe schaffen soll die «Arealordnung in den Schulanlagen der Volksschulen Langenthal». Das Papier wurde im März diesen Jahres vom Gemeinderat genehmigt und ist nun per 1.August in Kraft getreten. Altersgerechter Zapfenstreich Die Arealordnung gilt für die Aussenareale sämtlicher Langenthaler Schulanlagen (inklusive Kindergärten, Bibliothek und Musikschule) und ist verbindlich für sämtliche Personen, die sich auf den Schularealen aufhalten. Sie umfasst ein Rauchverbot, eine Leinenpflicht für Hunde, untersagt Gewalt und verlangt einen respektvollen gegenseitigen Umgang aller Nutzer. Auch regelt die Arealordnung, wann sich Kinder und Jugendliche ohne Betreuung auf den Schularealen aufhalten dürfen: Kinder unter 14 Jahren bis 21 Uhr, Jugendliche unter 18 Jahren bis 22 Uhr. Dann gilt ohnehin Nachtruhe. «Es sind im Grunde Selbstverständlichkeiten, die wir hier festhalten», sagt Rolf Baer. Bisher aber hätten Securitas und Polizei, die für das Einhalten der Regeln auf den Schularealen zuständig sind, nicht genau gewusst, was sie kontrollieren sollen. «Die Arealordnung dient auch dazu, dass die Sicherheitsorgane konkret wissen, was sie durchsetzen können», erklärt Rolf Baer. Regelverstösse würden dabei grundsätzlich gleich gehandhabt wie etwa auf dem Wuhrplatz: Jugendliche, die sich zu spät noch unbeaufsichtigt draussen aufhielten, würden von der Polizei nach Hause gebracht. Bei Sachbeschädigungen oder anderen Delikten könnten die Personalien aufgenommen und Anzeige erstattet werden. Gespräche und Kontrollen Dass es mit Inkrafttreten der Arealordnung nun vermehrt zu Anzeigen kommt, glaubt Baer nicht. «In acht von zehn Fällen reicht es bereits, die Jugendlichen einfach auf die geltenden Regeln hinzuweisen», sagt er. Um die Arealordnung durchzusetzen, werde die Polizeipräsenz auf den Schularealen ausserhalb der Unterrichtszeit aber sicher erhöht. Mehrkosten würden dadurch keine entstehen, erklärt Baer. Denn innerhalb des bestehenden Ressourcenvertrags mit der Kantonspolizei kann der Gemeinderat vierteljährlich neue Schwerpunkte definieren. Ob sich die Situation auf den Schularealen damit tatsächlich bessert und dem Vandalismus Einhalt geboten werden kann, wird sich zeigen. Auf alle Fälle wird mit der Arealordnung eine Massnahme umgesetzt, die der Schulleitungskonferenz schon lange ein Anliegen ist. Auch politisch wurde der Ruf nach klaren Regeln für Jugendliche in den letzten Jahren immer lauter. So forderten Nadine Masshardt (SP) und Daniel Steiner (EVP) Ende 2009 in einem Postulat Massnahmen gegen Vandalismus im öffentlichen Raum, insbesondere auf dem Kreuzfeldareal. Der Vorstoss fand im Stadtrat jedoch kein Mehr – weil schon damals klar war, dass eine Arealordnung erarbeitet wird. Im Frühling 2012 soll dem Stadtrat zudem ein umfassendes Sicherheitskonzept für die Stadt Langenthal zur Genehmigung vorgelegt werden. Kathrin Holzer>

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