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Kleinere Klassen, kleinere Strafen

Vom Estrich ins Sekschulhaus: Mit einem 150-tägigen Programm feiert die Oberstufe Fraubrunnen ihr 150-jähriges Bestehen.

Der Countdown läuft. Im Singsaal der Schule Fraubrunnen wird es plötzlich ganz laut. Als ob die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe die frohe Botschaft dem ganzen Dorf verkünden wollten, schreien sie die Zahlen in den Raum: «...drei, zwei eins, null!» Die Feierlichkeiten haben begonnen. Während 150 Tagen will sich die Oberstufenschule mit ihrer Vergangenheit beschäftigen. Neben den internen Wochenschauen, bei denen die Lehrpersonen Ereignisse aus den letzten 150 Jahren aufgreifen, wird das Jubiläum auch nach aussen getragen: Chorkonzerte, ein Wandertheater und ein Skulpturenweg sind geplant. Rückblick mit Theater Bei diesen Veranstaltungen hat das Organistaionskomitee Wert darauf gelegt, dass nicht nur Fraubrunnen als Sitz der Schule etwas von den Festivitäten abbekommt, sondern auch die umliegenden Gemeinden, die ihre Kinder an die Oberstufe schicken. So fährt das Wandertheater von Fraubrunnen nach Limpach und Zauggenried. Im selbst geschriebenen Stück blicken die Schülerinnen und Schüler zurück ins Jahr 1930 und nach vorne in die Zukunft. Wie war die Schule damals? Wie wird sie sein? Ebenfalls einen Blick zurück wirft Susanne Hügli – sie allerdings in die eigene Vergangenheit: 1979 an die Oberstufe Fraubrunnen gekommen, ist die ehemalige Schulleiterin heute eine der dienstältesten Lehrerinnen. «Als ich Ende der 80er-Jahre Schulleiterin wurde, war das etwas Besonderes», sagt sie und verweist auf den Frauenanteil bei kantonalen Zusammenkünften: «Unter 50 Leitenden waren vielleicht gerade mal zwei bis drei Frauen.» Damals sei die Schulleitung im Turnus durch die Lehrkräfte besetzt worden und habe viel mehr Administrationsarbeit beinhaltet. Dies ist auch bei Pia Käser, seit drei Jahren fest angestellte Schulleiterin an der Oberstufe, Bestandteil der Schulleitungsarbeit. Dazu kommt die pädagogische Leitung, die wichtiger geworden ist. In den letzten beiden Jahren habe sich auch die Entscheidungskompetenz zugunsten der Schulleitung verschoben, erläutert Pia Käser. Auch sie hat als Kind eine ganz andere Schule erlebt, als sie sie heute leitet: «Hosen waren damals für die Mädchen verboten, und wenn man mal nicht gehorchte, gabs mit dem Bambusrohr auf die Finger.» Einen weiteren Unterschied sehen die beiden Pädagoginnen in den Zahlen: Zum einen habe die Grösse der Klassen im vergangenen Jahrhundert kontinuierlich abgenommen, zum anderen aber die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die an der Oberstufe das Sek-Niveau besuchen, stark zugenommen. Vom Unterricht für rund dreissig Privilegierte im Estrich des heutigen Gemeindehauses hat sie sich in eine Schule mit gut 170 Jugendlichen und eigenem Schulgebäude gewandelt. Erstaunlich aktuelle Pläne Passend zur Jubiläumsfeier hat die aktuelle Schulleiterin ein altes Buch mit Unterlagen zum Schulbetrieb von 1860 aufgetrieben. Weil damals das Schulobligatorium des Kantons noch nicht galt, waren die ersten Lehrer der Oberstufe Fraubrunnen recht frei in der Gestaltung ihres Unterrichts. Umso mehr staunte Pia Käser, als sie bei der Entzifferung der Lehrpläne zahlreiche Parallelen zu heute entdeckte.Christian ZeierDie Chorkonzerte finden am 18. (Messen), 19. (Limpach) und 20. Mai (Grafenried) in den Kirchen der Gemeinden statt. Das Wandertheater besucht Fraubrunnen (28. Mai), Limpach (29. Mai) und Zauggenried (2. Juni). Der Skulpturenweg ist vom 11. Juni bis zum 3. Juli geöffnet und führt durch die acht Verbandsgemeinden. >

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