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Kleinkraftwerke: BKW muss Vertrauen schaffen

oberlandDie BKW will im Berner Oberland zwei Dutzend Wasserkraftwerke bauen. Um dies zu erreichen, müsse sie mehr Vertrauen schaffen, empfehlen zwei Oberländer Grossräte.

Seit Fukushima und dem angekündigten Atomausstieg der Schweiz sind erneuerbare Energien stärker ins Bewusstsein getreten. Ein Teil der Versorgungslücke soll durch Wasserkraft kompensiert werden. Die BKW FMB Energie AG plant rund zwei Dutzend Kleinwasserkraftwerke im Berner Oberland. Doch das Energieunternehmen sieht sich teilweise mit einer Flut von Einsprachen und Beschwerden konfrontiert. Deshalb gab sie eine Studie in Auftrag. Die Oberländer Grossräte Peter Flück (FDP) und Christine Häsler (Grüne), zwei Kenner der Verhältnisse im Berner Oberland, erstellten eine Art Massnahmeplan. Darin steht, wie Konflikte um solche Kleinwasserkraftwerke in Zukunft verhindert werden können. Gestern präsentierten sie ihn an einer Pressekonferenz in Thun. Die Expertise sollte im März auf dem Tisch liegen, doch dann kam Fukushima. «Wir mussten noch einmal über die Bücher», sagte Häsler. Die Grossräte geben drei Empfehlungen ab. Erstens: der frühe Einbezug aller Betroffenen. «Ein Projekt kann auf eine ganz andere Basis gestellt werden, wenn unterschiedliche Interessen in Einklang gebracht werden können und sich keine Seite unterlegen oder ausgenützt fühlt», erklärte Häsler. Zweitens: Transparenz. «Wer Informationen fordert, muss Informationen erhalten, das schafft Vertrauen.» Die dritte Empfehlung: Kompromissbereitschaft. «Wer von Anfang an zu keinem Kompromiss bereit ist, muss mit entsprechendem Gegenwind der Opposition rechnen.» Diese Empfehlungen mögen logisch klingen. «Diese Studie ist wie ein Spiegel, der uns vorgehalten wird», erklärte Martin Pfisterer, Präsident der Sol-E Suisse AG, einer Tochterfirma der BKW FMB Energie AG. «Einige Punkte haben wir schon vorher befolgt, aber wir können uns immer verbessern.» Die beiden Grossräte nahmen drei Kleinwasserkraftwerk-Projekte aus der Region unter die Lupe, die ins Stocken geraten sind: Jenes an der Lütschine in Wilderswil, am Reichenbach in Schattenhalb und am Grönbach in Merligen. Sie befragten die Beteiligten, was man hätte besser machen können. Zusammenfassend hielten sie fest, dass «eine frühe Kommunikation, ein vorausschauendes Vorgehen und ein intensives Eingehen auf lokale Opposition wahrscheinlich hilfreich gewesen wäre». Wasserkraft hat mit dem beschlossenen Atomausstieg an Bedeutung gewonnen. Berechnungen der BKW zufolge müssten zwischen 2000 und 4000 Kleinwasserkraftwerke entstehen, um den wegfallenden Atomstrom zu kompensieren. «Zumindest dann, wenn nicht massive Vorschriften zum Stromsparen, grosse Gaskraftwerke oder fossile Stromimporte zum Tragen kommen», sagte Pfisterer. «Das ist eine gewaltige und wenig realistische Herausforderung.» Rund 500 Kleinwasserkraftwerke würden im Extremfall auf den Kanton Bern und insbesondere aufs Berner Oberland entfallen. Ein Umdenken habe aber bei den Gegnern von Wasserkraftwerken bislang nicht stattgefunden. «Keine einzige Einsprache oder Beschwerde wurde bisher als Folge von Fukushima zurückgezogen.»chk >

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