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Kneubühl – zwischen Wunsch und Wahn

Über Peter Hans

Peter Kneubühl war zeit seines Lebens nie beliebt, auch kein Kommunikator, sondern ein Eigenbrötler. Gleichwohl hatte seine Familie gewisse Hoffnungen, dass es aus dem verschlossenen Knaben mal etwas «Rechtes» geben werde. Nach der Lehre als Apparatemonteur flüchtete Peter aus beengenden Verhältnissen am Mon-Désir-Weg 9 und bereiste verschiedene Länder. Daheim wurde die Geschichte des erfolgreichen Sohnes erzählt, der ein Studium als Physiker absolviert. Tatsache ist aber, dass sein Name an keiner Universität eingeschrieben war, von Diplomen oder Abschlüssen ganz zu schweigen. RAF-Sympathisant Kneubühl hat zusehends Mühe, sein Doppelleben zu führen. Auch der Umgang mit dem anderen Geschlecht macht ihm Probleme. In seiner Isolation kriegt er Verfolgungsängste, vielleicht ein Relikt aus jener Zeit, in der er mit der Baader-Meinhof-Bewegung sympathisierte. Zum Vater wird sein Verhältnis schlechter, dafür hält seine Mutter zu ihm. Die Beziehung zur Schwester, mit der er fast bis zur Volljährigkeit eine kleine Mansarde teilt, ist gestört, wie aus späteren Briefen hervorgeht, die Kneubühl an Behörden, ihren Anwalt und Bekannte verschickt. Die Situation eskaliert, denn ohne regelmässige Erwerbstätigkeit konnte sich Kneubühl kaum noch über Wasser halten, während seine Schwester nach Frankreich zog. Vater Hans Kneubühl, selber nicht auf Rosen gebettet und Rentner, macht sein Möglichstes, um den Kindern zu helfen. Zuletzt verkauft er sogar das von ihm erbaute Ferienhäuschen in Plagne. Weitere Vorkommnisse führen dazu, dass Peter glaubt, die Schwester wolle die Eltern (finanziell) zerstören. Gegen die «Mafia-Justiz» Seine Ängste werden zu Wahnvorstellungen. Er sieht sich von der Polizei verfolgt. Die Therapien seiner Schwester deutet er als «feministische Weltverschwörung» gegen ihn, weil beim Psychiater Missbrauchsvorwürfe aufgetaucht sind. Nach dem Tod der Eltern findet kein richtiges Begräbnis statt. Peter bewahrt die Urnen mit der Asche in seiner Mansarde auf. Er verbeisst sich in einen Kampf gegen die «Mafia-Justiz», die Polizei und Behörden, die nach seiner Meinung alle nach der Pfeife seiner Schwester tanzten. Die Warnungen seiner Schwester an die Behörden, ihr Bruder könne ausrasten und noch vorhandene Waffen seines Vaters einsetzen, wurden nicht beachtet, zumal sich kein Peter Kneubühl auf der Einwohnerkontrolle finden liess. Laszlo TolvajDer Autor kennt die Familie Kneubühl seit 36 Jahren. Er äussert sich zum Thema in einem Autorenbeitrag des Bieler Tagblatts.>

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