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Koch und Abwehrchef

HandballMartin Prachar ist in der Defensive des BSV Bern Muri ein wichtiger Mann. Bald wird er wohl seine Teamkollegen in kulinarischer Hinsicht verwöhnen.

«Ich kann alles kochen. Wenn ich meine Teamkollegen einlade, wird es wohl eine tschechische Spezialität sein. Schweinebraten mit Sauerkraut und Knödel wäre eine Möglichkeit», sagt Martin Prachar. Der 31-Jährige warnt aber: «Zu viel davon sollte man als Sportler nicht zu sich nehmen. Ich selbst esse meistens Pasta, Fleisch und Salat.» Prachar ist gelernter Koch, dazu hat er eine Weiterbildung in Hotelmanagement absolviert. Aktuell sucht er eine 50-Prozent-Anstellung in diesen Bereichen. «Meine Karriere dauert nicht mehr allzu lange. Deshalb ist es gut, kann ich wieder in eine berufliche Tätigkeit einsteigen», sagt Prachar. Viele Länder, viele Vereine Martin Prachar ist in Kolin, einer etwa 50 km von Prag entfernten Stadt, aufgewachsen. Mit Handball kam er früh in Berührung. «Ich stamme aus einer Handballerfamilie. Mein Vater war mein Trainer, als ich fünf Jahre alt war. Meine beiden Brüder haben ihre Karrieren bereits beendet», sagt der Tscheche. Prachar spielte in seiner Heimat für Banik Karvina, in Spanien für Oviedo und La Coruña. 2008 erfolgte der Wechsel nach Rumänien. Constanta und Resita waren seine Stationen. «Constanta war vom sportlichen Standpunkt her der beste Klub, in dem ich gespielt habe», sagt der Tscheche. «Die Strukturen waren professionell, zweimal am Tag wurde trainiert.» Prachars Frau fühlte sich in Rumänien jedoch nicht sehr wohl, 2010 erfolgte der Wechsel zum dänischen Zweitligisten Tondern. Der süddänische Klub verpasste jedoch im Frühling den Aufstieg in die oberste Liga und musste Prachar aus finanziellen Gründen ziehen lassen. Beim BSV Bern Muri nimmt der 2,04 m grosse Prachar, der dem Kader der tschechischen Nationalmannschaft angehört, die Rolle eines Abwehrchefs ein. «Tore zu schiessen, ist schön. Es ist jedoch genauso wichtig, in der Deckung gut zu stehen. Und ich habe immer gern verteidigt.» In der Schweiz sehe er in der Defensivarbeit noch Steigerungspotenzial. «Wenn ich dazu beitragen kann, dass in diesem Bereich etwas besser agiert wird, mache ich dies gerne.» Der Tscheche, der im Angriff als Kreisläufer agiert, ist jedoch kein reiner Defensivspezialist. Alen Milosevic, der Stamm-Kreisläufer des BSV Bern Muri, stand im Mai 2011 kurz vor dem Wechsel zum Bundesligisten Gummersbach. Prachar sollte ihn ersetzen. Der Transfer kam jedoch nicht zustande, Milosevic blieb in Bern. Prachar wurde im Juli dennoch verpflichtet, wird im Angriff jedoch nur wenig eingesetzt. Dies soll sich ändern. «Martin wird seine Spielanteile in der Offensive bekommen», sagt Alex Milosevic, der Trainer des BSV Bern Muri. «Nach gutem Spiel» Zuletzt musste Prachar mit dem BSV dreimal in Folge als Verlierer vom Platz. «Wir haben im Team ein gutes Meeting gehabt. Ich bin überzeugt, dass wir heute gegen Stäfa gewinnen», sagt der Tscheche. Sicher ist, dass er seine Mannschaftskollegen nach einem aus Sicht der Berner gut verlaufenen Spiel kulinarisch verwöhnen will. «Nach einer Partie wie in Schaffhausen ist die Stimmung nicht wirklich gut.» Am letzten Sonntag verlor der BSV gegen die Kadetten 21:34. Reto Pfister>

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