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Koho Swisswood AG ist pleite

Anfang Monat ist die Koho Swisswood AG in Konkurs gegangen. Damit muss sich die Einwohnergemeinde Luterbach 123'000 Franken Planungskosten für das HVZ definitiv ans Bein streichen.

Auf rund 260'000 Franken belaufen sich für die Gemeinde Luterbach die Planungskosten des nicht zu Stande gekommenen Holzverarbeitungszentrums (HVZ). Rund die Hälfte davon wurde der Gemeinde von den Projektanten zurückvergütet. Die Akontozahlungen wurden, solange sie am HVZ-Projekt beteiligt war, jeweils von der AEK geleistet. Seither bestehen Ausstände von 123'000 Franken. Diesen Betrag kann sich Luterbach nun wohl definitiv ans Bein streichen. Über die Koho Swisswood AG, die ehemalige Betreibergesellschaft des HVZ, ist am 5.November der Konkurs eröffnet worden. Keine IllusionenDem Verwaltungsrat gehörten zuletzt der österreichische Sägereiunternehmer Andreas Kogler, der ehemalige Solothurner FDP-Nationalrat Peter Kofmel sowie als Vertreter der Waldeigentümer der Balsthaler Lorenz Bader an. Im Luterbacher Gemeinderat gab man sich am Montag keinen Illusionen hin. Die Chance, jemals auch nur einen Bruchteil der 123000 Franken zu sehen, ist äusserst gering. Dennoch beschloss der Gemeinderat einstimmig, beim Konkursamt die Begehren der Gemeinde anzumelden.Das HVZ Luterbach wurde einst als Wunderwerk der Synergie aller holzverarbeitenden Zweige gepriesen: Bretter, Pellets und Energie sollten am gleichen Standort produziert, die anfallenden Holzschnitzel durch die Borregaard zu Cellulose verarbeitet werden. Im April 2006 gründeten Andreas Kogler und eine Beteiligungsgesellschaft mehrerer kantonaler Waldeigentümerverbände die Koho Swisswood AG. Mit an Bord war damals auch noch die AEK. Zu viele HürdenIm Februar 2007 – das HVZ hatte zu diesem Zeitpunkt alle planerischen Hürden genommen – zogen sich aber Borregaard und die AEK als Hauptgeldgeberin aus dem HVZ zurück. Die Koho Swisswood AG gab als Folge darauf den Standort Luterbach auf. Stattdessen wollte sie in Niederbipp eine Grosssägerei bauen. Dort winkte der Gemeinderat ab. Schliesslich wurde Müntschemier von der Koho Swisswood AG als neuer Sägereistandort ausersehen. Die dortigen Stimmberechtigten bewilligten diesen Frühling aber den Verkauf von fünf Hektaren Gemeindeland nicht, was faktisch auch dort das Aus bedeutete.Morgen neues BaugesuchZum Zeitpunkt des Volks-Neins von Müntschemier war die Planung der neuen Luterbacher Grosssägerei durch die Firma Schilliger bereits weit fortgeschritten. Der Gemeinderat hatte sein grünes Licht gegeben, Zonen- und Gestaltungsplan des gescheiterten HVZ mussten nur noch angepasst werden. Morgen Donnerstag soll nun auf der Gemeindeverwaltung das Baugesuch eingereicht werden. Aus dem HVZ-Debakel hat der Luterbacher Gemeinderat bezüglich der Planungskosten seine Lehren gezogen. Die Firma Schilliger musste sich verpflichten, die Planungskosten zu hundert Prozent zu übernehmen. Nach der Realisierung der Grosssägerei wird ihr die Gemeinde zwanzig Prozent der Kosten zurückerstatten. >

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