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Kompliment an den Vielseitigen

fc ThunVerteidiger Andreas Wittwer hat nach dem 0:0

Es mag Zufall gewesen sein. Aber dann bewies der Platzsprecher zumindest einen guten Riecher. «Chumm, mir hauet ab», klang es aus den Boxen, gleich nachdem Halbzeit eins abgepfiffen worden war. Die Zeilen des Adrian-Stern-Songs «Amerika» passten ganz gut zum Spiel, das nicht gefiel. Im Letzigrund tut sich der FC Thun nun mal schwer mit Toreschiessen. Auch gestern, gegen GC, traf er nicht. Gelegenheiten, erstmals zu reüssieren, hatte er da zur Genüge. Die grösste Möglichkeit vergab Andreas Wittwer in der 51. Minute. Der 20-Jährige, als Aussenverteidiger aufgestellt, war bei einem Gegenstoss von Oscar Scarione lanciert worden, entledigte sich an der Strafraumgrenze des einen Gegenspielers – und setzte den Ball mittels Schlenzer knapp am Tor vorbei. Nach der Partie haderte der Defensivspieler: «Ich hätte noch ein wenig laufen können. Der hätte bestimmt rein müssen. Es tut mir leid für die Mannschaft.» Rekrut und Fussballer Seit November vergangenen Jahres ist Andreas Wittwer Rekrut. Der Militärdienst tangiere das Leben des Fussballers nicht gross. «Ich kriege immer frei fürs Training.» Der Berner aus Wichtrach zögerte aber keinen Augenblick, als er nach dem Datum gefragt worden war, an dem er entlassen werden wird: «Das dauert noch bis zum 18.März!» Rekrut Wittwer war von Coach Yakin als Ersatz für Enrico Schirinzi gewählt worden. Der war letzte Woche krank gewesen, bevor er sich im Abschlusstraining an den Bändern verletzte. Yakin lobte Wittwer und Nicolas Schindelholz, den er anstelle Timm Kloses gebracht hatte. Er sagte: «Sie machten ihre Sache gut.» Der Trainer hatte gegenüber dem Heimspiel gegen den FC Basel geringfügig umgestellt und in einem 4-3-2-1-System spielen lassen, wobei Captain Roland Bättig, flankiert von Stefan Glarner und Muhamed Demiri, einziger Sechser war. Während Wittwer mit Izet Hajrovic einen Gegenspieler hatte, an dem das Spiel vorbeilief, musste Schindelholz gegen Innocent Emeghara öfters intervenieren. GCs Angreifer war der so ziemlich einzige Aktivposten des Heimteams, das den Schwung vom 4:1-Sieg gegen St.Gallen nicht mitzunehmen vermochte. Abermals eilte er den Thunern davon, bloss ging auch ihm die Kaltschnäuzigkeit ab. In der 25.Minute hatte Emeghara auch ein wenig Pech, als er nach einem Dreikampf mit Wittwer und Schindelholz und einer Berührung fiel und der Pfiff des Arbiters ausblieb. Wittwer wollte sich nach dem Spiel nicht an die Szene erinnern. Auf Nachfrage sagte er: «Da war nichts.» Verteidiger und Stürmer Der U-20-Nationalspieler war mit der Ausbeute nicht glücklich. Er sagte: «Wir hätten gewinnen müssen, waren mal wieder zu wenig effizient. Draus resultierte ein Remis mehr, das uns nicht viel bringt.» Wittwer hatte die letzte Chance des Spiels eingeleitet, als er Paulo Menezes davongerannt war und in die Mitte gepasst hatte. Da profitierte er von seiner Klasse in der Offensive, mit der er der hauseigenen U-21 schon etliche Punkte beschert hatte. Wittwer wird in der Talentschmiede als Stürmer eingesetzt, wodurch Profitrainer Yakin ihn, den schnellen Linksfuss, mancherorts aufstellen kann. Der Coach hatte im Winter gesagt: «Einen neuen Angreifer brauchen wir nicht. Wir haben Alternativen.» Unter anderen nannte er Wittwer. Schirinzi wird bereits morgen zurückerwartet im Training, und Marc Schneider, auf links eigentlich gesetzt, spielte nach seiner langwierigen Verletzung am Samstag mit der U-21 in einem Testspiel immerhin eine Halbzeit durch. Da ist es für einen 20-Jährigen bestimmt von Vorteil, vielseitig zu sein. Adrian Horn>

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