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Konflikt um Ausbau der Schulsozialarbeit entbrannt

KÖnizAb August gibt es auch im Spiegel und in Schliern Schulsozialarbeit. Mehr finanzielle Mittel als bisher stehen dafür

Das Ziel ist erreicht: Ab August wird es an allen 16 Könizer Schulen Schulsozialarbeit geben. Als letzte werden sukzessive auch die Schulen in Spiegel und Schliern einbezogen. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die Kehrseite: Für den Ausbau steht kein Geld zur Verfügung. Das Parlament hat Geld dafür letztes Jahr kurzerhand aus dem Budget gestrichen, um zu sparen. 60 zusätzliche Stellenprozente wären 2011, 80 weitere 2012 eingeplant gewesen, wie der für Bildung zuständige Gemeinderat Ueli Studer (SVP) erklärt. Nun müssen die bisherigen 480 Stellenprozente auch für die neuen Schulen reichen. Das hat Studer dazu gezwungen, die Mittel für die Schulsozialarbeit neu zu verteilen. Einschneidend ist das vor allem für den Schulkreis Köniz/Schliern: Dort haben das Oberstufenzentrum Köniz (OZK) und das Schulhaus Buchsee bis jetzt von je 80 Prozent Schulsozialarbeit profitiert, künftig werden es nur noch je 50 sein. 10 Prozent wurden verschoben, 50 weitere sind neu Schliern vorbehalten. Auch die Schulen in Wabern und der Oberen Gemeinde verlieren je 10 Prozent, ebenso die Fachleitung. Nur so lassen sich in Spiegel neu 40 Prozent Schulsozialarbeit anbieten. Gleich bleibt der Anteil im Wangental (60 Prozent) und im Liebefeld (80 Prozent), wobei im Liebefeld regelmässig Praktikumsleute zusätzlich Unterstützung leisten. Nebst der Schülerzahl waren vor allem die Anteile fremdsprachiger Kinder und die Anzahl Schulhäuser für diesen Verteilschlüssel ausschlaggebend, wie Studer erklärt. Widerstand weckt der Schlüssel vorab im OZK. Dort haben beide Personen der Schulsozialarbeit gekündigt. Sie seien unglücklich über die Entwicklung, sagt Schulleiter Peter Rohrer. «Sie sehen nicht, wie sie mit den geringeren Ressourcen leisten könnten, was von ihnen verlangt wird.» Vorgaben noch erfüllt Darauf machte das OZK mit einem Brief auch das Parlament aufmerksam. «Wir wollten ihm zeigen, dass seine Kürzungen Konsequenzen haben», sagt Rohrer. In der Folge wehrte sich die SP mit einem offenen Brief für die Schulsozialarbeit (wir berichteten). Er wolle keine Polemik, sagt Rohrer. Man werde sich mit den neuen Mitteln arrangieren, aber nicht mehr das Gleiche bieten können. In den letzten zehn Jahren hat Köniz die Schulsozialarbeit sukzessive ausgebaut. «Sie ist ein Erfolg», sagt Gemeinderat Studer. Mit 804 Kindern auf eine 100-Prozent-Stelle sei man auch jetzt immer noch gut dotiert. Der Kanton schlägt 600 bis 900 Kinder vor. Anders als die SP befürchtet Studer auch nicht, dass Köniz nun seine Pionierrolle in der Schulsozialarbeit verliert. «Dass wir immer sparen müssen, ist ja nicht in Stein gemeisselt.»Lucia Probst>

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