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KPT: Auch Revisoren im Visier

StrafverfahrenImmer deutlicher wird die Dimension des Falles KPT. Der Staatsanwalt rechnet mit mehrjährigen Ermittlungen. Die Akten umfassen 20 Bundesordner. Den Beschuldigten droht Gefängnis. Und: Auch der Revisor gerät jetzt ins Visier der Justiz.

Die Ermittlungen im Fall der beschuldigten KPT-Verwaltungsräte dürften lange dauern: «Im Rahmen der Untersuchung zum Strafverfahren müssen wir eine grosse Aktenmenge bearbeiten», sagt Peter Herren, stellvertretender Chef der kantonalen Staatsanwaltschaft Abteilung Wirtschaftsdelikte. Allein die Verfügung der Finanzmarktaufsicht (Finma), die der Anzeige beigefügt ist, umfasse 90 Seiten. Dazu kämen 20 Bundesordner weitere Akten. Der Staatsanwalt geht davon aus, dass das Strafverfahren «mehrere Jahre dauert». Beschuldigten drohen Freiheitsstrafen Die Strafanzeige eingereicht hat die Finma (wir berichteten). Im Fokus der Ermittlungen stehen Walter Bosch und Bernhard Liechti. Bosch war Verwaltungsratspräsident und Liechti sein Vize. Beide stehen unter Verdacht der ungetreuen Geschäftsbesorgung. Dafür drohen bis zu 5 Jahre Gefängnis. «Es ist möglich, dass wir im Rahmen der Untersuchung das Verfahren gegen weitere Personen oder weiterer Sachverhalte ausdehnen», sagt Herren. Über die Deliktsumme will er noch nichts sagen. So viel steht aber fest: Die Finma, die ebenfalls gegen die Verwaltungsräte ermittelte, machte nach Abschluss ihrer Untersuchungen Überweisungen in Höhe von 75 Millionen Franken wieder rückgängig, weil sie gesetzeswidrig waren. Diese 75 Millionen Franken stehen im Zusammenhang mit dem vom Verwaltungsrat veranlassten betriebsinternen Aktienrückkaufsprogramm. Verwaltungsräte hätten durch den Rückkauf angeblich bis zu einer Million Franken verdient. Aufsichtsbehörde nimmt Revisoren in die Pflicht Die Ermittlungen der Berner Staatsanwaltschaft betreffen den zweiten Punkt, der den Verwaltungsräten auch von der Finma vorgeworfen wird: Dabei geht es um gesetzeswidrige Mandatsverträge. Dabei sollen sich Verwaltungsräte neben ihrem regulären Honorar Geld in unbekannter Höhe ausbezahlt haben, für das sie gar nie eine Leistung erbracht hatten. Dabei stellt sich die Frage, wie es möglich war, dass sich die KPT-Verwaltungsräte gesetzeswidrig Geld auszahlen konnten, ohne dass dies die KPT-Geschäftsleitung oder die externen Rechnungsrevisoren merkten. Diese Frage stellt sich auch die Behörde, wie eine Anfrage ergab: «Es ist möglich, dass im Fall der KPT die Revisionsstelle ihre Pflicht vernachlässigt hat. Deshalb koordinieren wir in enger Abstimmung mit der Finma das weitere Vorgehen», sagt Frank Schneider, Direktor der eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde. Man prüfe auch, ob «das Gewährserfordernis von involvierten zugelassenen Revisoren und zugelassenen Revisionsexperten noch gegeben ist», so Schneider. Die Revisionsfirma ist Balmer-Etienne AG mit Standort in Luzern. Der zuständige Mitarbeiter von Balmer-Etienne war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.Mischa Aebi>

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