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Kreisel oder Mischverkehrsfläche?

Der Hilterfinger Gemeinderat möchte einen Kreisel beim Verkehrsknotenpunkt Chartreuse, der

Die Chartreuse-Kreuzung in Hünibach hat es in sich: Wer zu den Hauptverkehrszeiten von der Staatsstrasse her nach links in die Seitenstrassen Chartreuse- und Ländtestrasse abbiegen will, braucht oft ein gerüttelt Mass Geduld. Noch schwieriger ist es, sich von den Seitenstrassen her in den Verkehr auf der Hauptachse einzufädeln. Auch für die Fussgänger ist dieser Knotenpunkt ungünstig, weil die Fussgängerstreifen recht weit von der Kreuzung entfernt sind und die Unterführung kaum benutzt wird. Der Gemeinderat von Hilterfingen setzt sich deshalb seit längerem beim Kanton dafür ein, dass die Situation entschärft respektive der Knotenpunkt leistungsfähiger gemacht wird. Ab Frühling 2008 begann die Vorplanung, und gestern teilte der Hilterfinger Gemeinderat mit, dass es grundsätzlich drei Varianten gebe: einen runden Kreisel, einen leicht ovalen Kreisel und Mischverkehrsfläche. Bei letzterer handelt es sich um eine Zone in der Mitte der Strasse, die vor dem Abbiegen zum Einspuren gebraucht wird, aber von beiden Richtungen her befahren werden kann. Faktor Migros spielt mit Der Gemeinderat möchte, dass ein Kreisel gebaut wird. «Er ist klar leistungsfähiger und trägt mehr zur Verflüssigung des Verkehrs bei als eine Mischverkehrsfläche», sagt Hilterfingens Bau- und Planungsvorsteherin Elisabeth Herren (SP). «Zudem ist es bei der Kreiselvariante einfacher, die Fussgängerstreifen benutzerfreundlich anzulegen.» Um den Kreisel zu bauen, müsste wenig Land in Privatbesitz beansprucht werden. «Die Fussgängerunterführung und das Liftgebäude müssten allerdings aufgehoben beziehungsweise entfernt werden, weil dieser Platz durch den Kreisel beansprucht würde.» Ein weiteres Argument zugunsten des Kreisel ist gemäss Elisabeth Herren der Migros-Neubau, der auf dem Gelände der früheren Garage Schick erstellt wird. «Wir gehen davon aus, dass viele Kunden aus dem Wart-Quartier via Chartreusestrasse zur neuen Migros fahren werden. Mit einem Kreisel können sie viel einfacher in die Staatsstrasse einbiegen.» Im Gegensatz zum Gemeinderat tendiert der Kanton respektive der Oberingenieurkreis I dazu, eine Mischverkehrsfläche zu realisieren. «Wir sind verpflichtet, eine bedürfnisgerechte und möglichst günstige Variante zu realisieren», sagt Stefan Schöni, stellvertretender Oberingenieur Kreis I. Er spricht damit jenes Kriterium an, das für jedes Projekt entscheidend ist: das Geld. Die Mischverkehrsvariante dürfte sich auf rund 400000 Franken belaufen. Darin eingeschlossen ist der Betrag, der für die Entfernung von Unterführung und Liftschacht gebraucht wird, denn diese dürften überflüssig werden, weil die Fussgängerstreifen wie bei der Kreisel-Variante näher bei der Kreuzung zu liegen kommen. Ein Kreisel würde mit rund 700000 Franken zu Buche schlagen. Wenn Hilterfingen zahlt Doch wie sieht es mit der Leistungsfähigkeit einer Mischverkehrsfläche aus? «Sicher, ein Kreisel wäre an sich besser», räumt Schöni ein. «Doch mit der Mischverkehrsfläche erreichen wir jenen Grad der Verkehrsverflüssigung, die in diesem Fall mindestens erreicht werden muss.» Falls sich der Kanton definitiv für diese Variante entscheiden sollte, könnte voraussichtlich in zwei Jahren trotzdem ein Kreisel gebaut werden – «wenn Hilterfingen die Mehrkosten übernimmt.» – «Das haben wir im Gemeinderat noch nicht diskutiert», sagt Elisabeth Herren. «Zuerst warten wir den Entscheid des Kantons ab.» Marc Imboden>

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