«Kulturbank» übernimmt Täler

Interlaken

Mit dem Kunsthaus-Kauf wurde die Raiffeisenbank Jungfrau eine «Kulturbank». Ihre Mitglieder stimmten der Fusion mit der Raiffeisenbank Lütschinentäler zu.

Verwaltungsratspräsident Nils von Allmen verteilt Rosen für Dienstjubiläen.

Verwaltungsratspräsident Nils von Allmen verteilt Rosen für Dienstjubiläen.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Die Raiffeisenbank Jungfrau gestaltet ihre Generalversammlung jeweils als Infotainment-Event. Dieses Jahr gab es im Konzert- und im Ballsaal des Kursaals Interlaken hausgemachte Programmpunkte, die für Spannung sorgten. Da war die Fusion mit der Raiffeisenbank Lütschentäler. Die Stimmen wurden unter notarieller Aufsicht gezählt. Die 1005 anwesenden Mitglieder hatten ihre Stimmkarten für längere Zeit hochzuhalten, während die junge Habker Jodlerin Chantal Michel vom armen Geissenbauern sang.

Die Zustimmung erfolgte mit 994 Ja und einer Gegenstimme. Somit wächst die Raiffeisenbank Jungfrau weiter: Zu ihren 13'294 Mitgliedern werden die 2914 Raiffeisenmitglieder aus den Lütschinentälern kommen. Geografisch vergrössert sich mit den beiden Gemeinden Lauterbrunnen und Grindelwald das Tätigkeitsgebiet stark. Peter Roth (Grindelwald) und Martin Schmied (Lauterbrunnen) wurden in den Verwaltungsrat gewählt. «Wir sind die Bank mit den meisten Geschäftsstellen in der Region. Schliessungen sind nicht vorgesehen», sagte Verwaltungsratspräsident Nils von Allmen. Mit dem Wachstum wächst auch der Raumbedarf. In Ringgenberg wurde ein Backoffice eingerichtet.

Kunsthausbank

Im Gespräch erklärten Bernhard Nufer, Vorsitzender der Geschäftsleitung Raiffeisenbank Jungfrau, und Roland Seiler, Stiftungspräsident Kunsthaus Interlaken, wie es dazu kam, dass die Bank das Kunsthaus Interlaken gekauft hat. Der Bau, für den die Raiffeisenbank Fremdmittel gab, fiel vor zehn Jahren für die Stiftung massiv teurer aus als geplant. Jetzt fallen Zinsen weg, und Seiler hofft, dass die Zukunft des Betriebs gesichert ist.

Bernhard Nufer freute sich, ein «kulturelles Leuchtturmprojekt» mittragen zu dürfen, und rief die Mitglieder zur Unterstützung des Kunsthauses auf. «Wir haben 2018 insgesamt 127 Organisationen und Vereine unterstützt», sagte er. 2018 war für die Bank ein gutes Jahr. Die Bilanzsumme wuchs um 3,9 Prozent auf 1,64 Milliarden Franken, die Kundenausleihungen wuchsen um 3,3 Prozent auf 1,46 Milliarden und die Kundengelder um 5,4 Prozent auf 1,07 Milliarden.

Der Geschäftsertrag lag bei 20,13 Millionen Franken, der Aufwand bei 11,45 Millionen. Der Jahresgewinn betrug 1,24 Millionen Franken, 10,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Mitgliederzahl sank minim. «50 Prozent der Bevölkerung sind bei uns Mitglied», sagte von Allmen. «Wir sind auf dem richtigen Weg», ist er überzeugt. Es gelte, neue Geschäftsfelder zu erschliessen.

Berner Oberländer

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