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Laufen Oberländerinnen in Top 10?

Die Startliste des Jungfrau-Marathons 2010 verspricht einiges. Zwar fehlt Vorjahressieger und Streckenrekordhalter Jonathan Wyatt (Neuseeland), aber die 2009 direkt hinter ihm Platzierten sind dabei und dürften sich ein spannendes Rennen um den Tagessieg liefern: Tarcis Ancay (Schweiz), Robert Krupicka (Tschechien), Hermann Achmüller (Italien). Zu den Favoriten darf ein weiterer Schweizer gezählt werden: Marc Lauenstein, Zweiter der Langdistanz-Berglaufweltmeisterschaft 2010 in den USA und OL-Weltcupsieger 2005. Bei den Kenianern weiss man nie so recht, ob sie ihr horrendes Anfangstempo auch durchhalten. Zu beachten sind sie aber ebenso wie der vierfache Berglauf-Europameister Ahmet Arsian aus der Türkei. Simone Niggli-Luder? Bei den Frauen sind die Schnellsten des Vorjahres alle wieder dabei: Claudia Landolt (Jonschwil SG), Jasmin Nunige (Davos), Judit Földingné Nagy (Ungarn). Immer zu beachten: Simona Staicu (Ungarn), JM-Siegerin 2006 und 2008, und Emebet Abossa (Äthiopien), die den Jungfrau-Marathon schon dreimal gewonnen hat (2003, 2004, 2005). Vielleicht nimmt sich Simone Niggli-Luder, die 17-fache OL-Weltmeisterin, Streckenrekordhalterin Marie-Luce Romanens zum Vorbild. Diese war ja auch eine OL-Läuferin. Corinne Zeller aus Weissenburg führt die Truppe der starken Oberländer Läuferinnen an. Sie war 2009 mit nur 4 Minuten und 14 Sekunden Rückstand auf die Siegerin als Viertschnellste am Ziel. Vor fünf Wochen beendete sie den Swiss Alpin in Davos als ausgezeichnete Dritte. «Dann machte ich zwei Wochen Pause, um die Batterien wiederaufzuladen», erzählt sie. Und, sind sie aufgeladen? «Das gseht me de», gibt sich die 42-Jährige gelassen. Karin Jaun, Därligen, die Dritte der Schweizer Marathonmeisterschaften 2010, hat ein klares Ziel: «Wieder unter 4 Stunden laufen.» Das hat sie in den vergangenen drei Jahren geschafft. Die Form stimmt. Am 21.August gewann sie den Inferno-Halbmarathon. «Das gibt mir schon Vertrauen für den Jungfrau-Marathon», sagt sie. «Grundsätzlich» in Form ist auch Gabriela Spring, Matten. Sie hat zwar dieses Jahr nur kürzere Läufe bestritten, dabei aber mit guten Leistungen aufgewartet. Am Gigathlon war sie zum Beispiel für ein Team an beiden Tagen auf der Laufstrecke unterwegs und war jeweils die schnellste Frau. Und da wäre noch Andrea Huser (Aeschlen ob Gunten), der eine Knieverletzung schon den ganzen Sommer lang Probleme bereitet. Am Inferno-HM war sie zwar Drittschnellste, aber: «Der Jungfrau-Marathon ist schon ein anderes Kaliber», gibt sie zu bedenken. Und: «Ich werde mich erst im letzten Moment entscheiden, ob ich starten werde.» Ohne Urs Jenzer Der Frutiger Urs Jenzer lief am Jungfrau-Marathon schon dreimal unter die zehn Besten (2005, 2007 und 2008). Diesmal wird er wie schon letztes Jahr nicht dabei sein. Grund: Er bestritt am 21.August den erstmals ausgetragenen Mountainman, ein verrücktes Rennen von Ämzigen am Pilatus über verschiedene Übergänge, Pässe und Gipfel nach Trübsee ob Engelberg. 81 Kilometer weit mit 4920 Meter Auf- und 4545 Meter Abstieg. Der 40-jährige Jenzer gewann in 8 Stunden und 23 Minuten mit einer halben Stunde Vorsprung auf den Zweiten. «Es geht mir zwar gut», versichert Jenzer, «aber es macht keinen Sinn, schon wieder einen harten Marathon zu bestreiten.» Perreten und Hürzeler Nebst Jenzer fehlt mit Ruedi Bärtschi (Adelboden) verletzungsbedingt ein weiterer guter Oberländer. Erst Ende Woche wird Lorenz Brunner (Unterseen), Vierter am Inferno-HM, entscheiden, ob er starten wird. Er kränkelte übers Wochenende. So liegt es wohl am Gstaader Helmut Perreten, Geschäftsführer des EW Grindelwald, die Kohlen für die Oberländer aus dem Feuer zu holen. Seinen Saisonhöhepunkt plante er zwar für den Zermatt-Marathon, wo er Gesamtfünfter wurde. Am Samstag erhofft er sich trotzdem eine Zeit zwischen 3:20 und 3:25. In Form ist Thomas Hürzeler, Därligen. «Ich möchte wieder einmal unter 3:40 laufen, das habe ich in den letzten drei Jahren knapp nicht geschafft», beschreibt der 50-Jährige sein Ziel. Erreicht er dieses, dürfte er als Sieger der Kategorie M50 feststehen. Und dann ist da noch der Spitzenalpinist Ueli Steck, Ringgenberg. Sein Eigernordwand-Rekord liegt 2 Minuten unter dem Jungfrau-Marathon-Streckenrekord. Man darf gespannt sein Ueli Flück •www.jungfrau-marathon.ch>

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