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Lehrlinge übernehmen das Kommando

WattenwilDie KV-Lehrlinge der Wattenwiler Gemeindeverwaltung kennen sich nicht nur mit dem Schulstoff aus: Sie organisieren

Wer sich in der Gemeindeverwaltung von Wattenwil zum Kaufmann respektive zur Kauffrau ausbilden lässt, soll beim Lehrabschluss nicht nur in diesem Gebiet sattelfest sein. «Damit sich die jungen Leute auch ausserhalb ihres Fachs bewähren können, organisieren wir jedes Jahr ein spezielles Lehrlingsprojekt», sagt Gemeindeschreiber Martin Frey. Einmal war es beispielsweise eine umfangreiche, multimediale Show zum Thema Ortsgeschichte und Kultur, die die jungen Frauen und Männer vorbereiten und vortragen mussten. Dieses Jahr hatte Frey eine andere Aufgabe für Chantal Loosli (19), Pascal Christen (18), Corinne Wittwer (17) und Silvan Dauner (17); sie mussten zwei Tage der offenen Türe im alten Dorfschulhaus vorbereiten: einen für die geladenen Gäste mit Ansprachen, Apéro und Schlüsselübergabe, und einen für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. In diesem ehrwürdigen, rund 200 Jahre alten Gebäude lernen seit einigen Monaten keine Kinder mehr die Geheimnisse des ABC oder des Rechnens kennen. Das Haus wurde umgebaut und beherbergt seit dem 1. Januar den regionalen Sozialdienst, zu dem neben Wattenwil die Gemeinden Blumenstein, Burgistein, Forst-Längenbühl, Gurzelen, Pohlern, Seftigen und Uebeschi gehören, sowie die AHV-Zweigstelle für Wattenwil, Blumenstein, Uebeschi, Forst-Längenbühl, Pohlern, Gurzelen und Seftigen. Kaffeestube im Museum Chantal Loosli zeichnet für die allgemeine Organisation und die Koordination verantwortlich. Pascal Christen nahm mit dem Architekten, der den Umbau leitete, Kontakt auf und stellte eine Powerpoint-Präsentation zusammen, die den Besuchern morgen Samstag gezeigt wird. Corinne Wittwer ist dafür besorgt, dass die Leute einen Einblick in die Arbeit der Sozialdienste und der AHV-Zweigstelle erhalten, und Silvan Dauner ist für das leibliche Wohl zuständig, was in diesem Fall eine Kaffeestube im Ortsmuseum bedeutet. Dieses ist seit mehreren Jahren im Dachstock des alten Dorfschulhauses untergebracht und zeigt gegenwärtig eine Ausstellung mit alten Schulwandbildern. «Unsere Arbeit begann mit einer Kick-Off-Sitzung im Dezember», sagt Chantal Loosli. «Wir haben Ideen für die Tage der offenen Türe gesammelt und die Aufgaben dann unter uns Lernenden verteilt.» Ihr Lehrmeister habe ihnen freie Hand gelassen, betont Pascal Christen: «Wir sind ohne genaue Vorgaben gestartet, konnten also den Ablauf und die Programmpunkte der Tage der offenen Türe selber festlegen.» Die vier KV-Auszubildenden haben zwar schon eine gewisse Erfahrung im Organisieren von solchen Anlässen. «Wir haben auch schon den Weihnachtsapéro für die Angestellten der Gemeindeverwaltung auf die Beine gestellt», sagt Corinne Wittwer. «Jetzt ist alles eine Spur grösser.» Was die Sache nicht eben einfacher macht, wie sie nachschiebt: «Wir haben es uns weniger kompliziert vorgestellt, denn es gibt sehr viele Aspekte, die wir beachten müssen.» «Schub für die Entwicklung» Als das Gespräch mit dieser Zeitung am Mittwoch stattfand, befanden sich die vier KV-Stifte mitten im Endspurt. Dass der Zeitplan aber eingehalten und alles bereit sein wird, wenn die Gäste kommen, ist für alle Beteiligten klar. Klar ist für sie auch, dass dieses Projekt die jungen Leute fachlich und menschlich weiter gebracht hat. «Dass die Lehrlinge gegen aussen auftreten, vor die Besucher stehen und ihnen Einblicke in Sozialdienste und AHV-Zweigstelle gewähren, bedeutet einen grossen Schub in ihrer Persönlichkeitsentwicklung», sagt Urs Hadorn, Leiter der Sozialdienste. Oder mit den Worten von Chantal Loosli ausgedrückt: «Es war toll, zusammen am selben Strick zu ziehen: Wir sind ein sehr gutes Team geworden!» Marc ImbodenÖffentlicher Tag der offenen Türe im Alten Dorfschulhaus Wattenwil: Morgen Samstag, 10 bis 13 Uhr. >

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