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Leidenschaftliche Klänge in zarter Hülle

ThunEinen leidenschaftlichen Beethoven-Abend bot das Belcea Quartet aus London am Sonntag im KKThun. Es war das zweite Konzert der Bachwochen Thun, die noch bis am 11.September dauern.

Beethovens drittes Streichquartett, D-Dur, op. 18, beginnt vielversprechend mit einer Septime, aus der sich ein Hauptthema entwickelt, das stark an Mozarts Musik erinnert. Bereits hier zeigte das ausserordentliche Belcea Quartet sein minutiöses, in die zartesten Feinheiten gegliedertes Spiel, in das sich das Publikum entspannt und aufmerksam hineinlauschte. Die zweite Geige führte eindrücklich auf der G-Saite melodiös ins Andante, dessen Thema erst später von der ersten Violine übernommen wird und mit Bratsche und Cello zu einer farbigen Einheit verschmilzt. Das Quartett aus London schloss spielerisch, witzig, schnell und prä-zis, in akribischer, doch selbstverständlicher Leichtigkeit. So wird Kammermusik zu reinstem Genuss. Streicher spielen Harfe Das sogenannte «Harfenkonzert» Nr. 10, Es-Dur op. 74, trägt seinen Übernamen der Pizzicati wegen, die an eine Arpeggione oder Harfe erinnern. Sie erscheinen mehrmals, auffällig vor allem in einer Coda, wo von der ersten Geige Sechzehntelpassagen daherschwirren, die zusammen mit den Pizzicati der andern Instrumente eben diesen Harfenklang ausgeprägt erscheinen lassen. Das Schluss-Prestissimo rast mit unbändiger Schnelligkeit, aber mit allen Künsten kompositorischen Ausdrucks bespickt, in ein ebenso rassiges, temperamentvolles als auch überaus leises, feines Finale. Grandioses grandios gespielt Einfach grandios ist die Nr. 13, D-Dur op. 130, von Ludwig van Beethoven. Wenn ein Quartett es dann noch ebenso grandios interpretiert, wie es das Belcea Quartet tat, wird ein Beethoven-Abend erst recht zu einem beglückenden Erlebnis. Stofflich bediente der Komponist sich fast unbegrenzter Möglichkeiten. Solche vom Quartett sorgfältig herausgearbeiteten Überraschungsmomente sorgten für einen wohligen und auch spannenden Konzertabschluss. Mit der Es-Dur-Fuge aus Bachs «Kunst der Fuge» bedankte sich das beeindruckende Belcea Quartet, das die Zuhörerschaft einen ganzen Konzertabend lang in Atem hielt.Lotte BrennerNächstes Konzert in der Reihe der Bachwochen Thun: Morgen Mittwoch, 24. August, um 19.30 Uhr gibt Miloš Karadaglic (klassische Gitarre) unter dem Motto «Die Kunst des Saitenspiels» ein Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach, Heitor Villa-Lobos, Francisco Tarrega und dem Zeitgenossen Carlo Domeniconi. Dem Gitarrenspiel geht ein Apéro voraus, der eine Stunde vor Konzertbeginn serviert wird. Die Eintrittskosten mit Apéro betragen 65 Franken, ohne Apéro 48 Franken. Der Gitarrenabend dauert eine Stunde und wird ohne Pause durchgeführt. Das Konzert wird von Radio DRS aufgezeichnet. >

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