Les Arts Gstaad: «Das erste Konzert soll 2023 stattfinden»

Gstaad

Das Baugesuch und die Überbauungsordnung für ein neues Kulturzentrum hinter dem Bahnhof Gstaad sind publiziert. Auch die Finanzierung sei «auf gutem Weg».

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Svend Peternell

Es geht wieder einen kleinen Schritt weiter fürs futuristische Projekt Les Arts Gstaad, das nach den Plänen von Rudy Ricciotti gleich neben dem Bahnhof gebaut werden soll.

Kernpunkt des seit 2005 verfolgten Kulturbaus ist ein hochmoderner Konzertsaal im Stile einer Kristallgrotte. Der Bau allein beläuft sich auf 105 Millionen Franken. 50 Millionen sind für die Betriebssicherung vorgesehen.

Liegt bis 21. Juli auf

Jetzt haben die Gemeinde Saanen und der Kanton Bern die Überbauungsordnung und das Baugesuch publiziert. Noch vor knapp einem Jahr hatte der Gemeinderat das Dossier mit den Bau­gesuchsplänen einstimmig genehmigt und dieses dem Kanton zur Vorprüfung übergeben.

Nun hat der Kanton grünes Licht gegeben, sodass die zweite öffentliche Auflage vom Mittwoch an bis zum 21. Juli im kombinierten Verfahren läuft, ehe die Gemeindeversammlung über die Realisierung des Projekts und die diversen Verträge entscheidet. Wann das sein wird, kann J. Markus Kappeler nicht sagen.

Er ist der Präsident der Stiftung Les Arts Gstaad, die für das eigentliche Kulturgebäude als Bauherr auftritt: «Der Zeitrahmen ist schwer zu prognostizieren. Mit zuvor aufgetretenen Einsprechern haben wir schon gewisse Vorverhandlungen geführt. Wir hoffen, an den Einspracheverhandlungen kurz nach ­Ablauf der Frist eine Einigung zu finden.

Wenn nicht, können die Einsprecher weiterziehen ans Amt für Gemeinden und Raumordnung AGR und bis vor Verwaltungs- und Bundesgericht.» Das indessen hofft er nicht. Viel lieber setzt sich Kappeler den Zeitpunkt für das erste Konzert im Les Arts: «Es soll 2023 stattfinden. Das ist eine der Zielsetzungen, die sich Les Arts vorgenommen hat.»

Die Überbauungsordnung enthält drei Teilbauwerke. Es sind dies neben dem eigentlichen Kulturgebäude das Bahnprojekt (Bauherr MOB) und der Erschliessungstunnel mit Parkplätzen und Busbahnhof (Bauherr Gemeinde Saanen). Die Finanzierung dieser Verkehrsinfrastruktur, der die Gemeindeversammlung erst noch zustimmen muss, erfolgt mit zusätzlichen rund 28 Millionen Franken.

76 von 105 Millionen gesichert

Von den 105 Millionen Franken für den Kulturbau sind laut Kappeler bisher 76 Millionen gesichert. Dazu gehören 41 Millionen von privaten Donatoren wie etwa Aline Foriel-Destezet oder der Familie des bekannten Schweizer Unternehmers Stephan Schmidheiny.

«Heute führen wir ein erstes Gespräch mit dem Lotteriefonds, von dem wir 15 Millionen erwarten», sagt Kappeler. «Von der Neuen Regionalpolitik erhoffen wir uns ein zinsloses Darlehen von 5 Millionen. Weitere 15 Millionen sind an hypothekarisch gesicherten Mitteln zugesagt. Es fehlen uns also noch 29 Millionen Franken.»

Die Gebäudehülle ist das eine, die Betriebssicherung das andere. Letztere läuft über einen Fonds mit von Banken und Finanzinstituten in Aussicht gestellten Geldern. «Wir brauchen ein Versprechen, dass wir das Geld bei Bedarf abrufen können», sagt Kappeler.

«Als Defizitgarantie benötigen wir 1,5 Millionen pro Jahr für die ersten 20 Jahre, um den Betrieb langfristig sichern zu können.» Kappeler ordnet den Gebäudeteil und die Betriebssicherung zwei separaten Bereichen zu, «die man nicht vermischen darf. Die Donatoren wollen ihr Geld einfach im Kulturbau verwirklicht sehen.»

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