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Lesen lässt zu wünschen übrig

Pisa-StudieDie Berner Neuntklässler gehören nicht zu den besten Lesern. Dies hat aber nur beschränkt damit zu tun, dass sie deutlich weniger Deutschstunden haben als ihre Gspändli in anderen Kantonen.

Vor einem Jahr ist die internationale Pisa-Bildungsstudie 2009 mit gesamtschweizerischen Werten erschienen, nun liegen die kantonalen Daten vor. Die Resultate des Kantons Bern entsprechen weitgehend denen der Schweiz: Die Berner Neuntklässlerinnen und Neuntklässler sind gut in Mathematik und Naturwissenschaften, aber bloss durchschnittlich im Lesen. Beim Lesen kommen die Schüler im deutschsprachigen Kantonsteil auf 502 Punkte und liegen damit genau im landesweiten Durchschnitt. Bei den Naturwissenschaften kommen sie auf 525 Punkte (Schweiz: 517), in der Mathematik sogar auf 539 Punkte (Schweiz: 536). Schaffhauser lesen besser Die relative Schwäche beim Lesen ist seit der ersten Pisa-Studie aus dem Jahr 2000 ein schweiz-weites Thema. Oft gehört ist deshalb der Vorwurf, der Unterricht an Schweizer Schulen sei zu mathematiklastig. Die kantonale Pisa-Auswertung zeigt nun, dass die Schüler nicht automatisch besser lesen können, wenn sie mehr Deutschstunden haben. So erzielt der Kanton Bern mit den wenigsten Deutschstunden von allen 13 beteiligten Kantonen passable Leistungen (siehe Grafik). Die Aargauer Schüler, die von der 7. bis zur 9.Klasse rund 100 Stunden mehr Deutsch haben, kommen etwa auf die gleiche Leistung. Andererseits sind die Schaffhauser Schüler mit ebenfalls knappen Deutschstunden leistungsmässig absolute Spitze. Ganz anders der Kanton Tessin: Obschon die Schüler dort gar 150 Stunden mehr Sprache büffeln als die Berner, sind ihre Erstspracheleistungen deutlich schwächer. Die Schlussfolgerung ist klar: Sprache lernt man nicht bloss im Sprachunterricht. Buben lesen schlechter Der Befund im Kanton Bern sei nicht alarmierend, schreiben die Autoren der Studie. Doch sie raten dazu, eine Entwicklung im Auge zu behalten, die auch gesamtschweizerisch zu beobachten ist: Die Mädchen können deutlich besser lesen als die Knaben. Im Kanton Bern ist die Differenz mit 42 Punkten besonders gross. Vor allem aber hat sich die Differenz in den letzten 10 Jahren leicht vergrössert. Die Autoren der Studie befürchten, dass sich diese Entwicklung in Zukunft akzentuieren könnte. Adrian Zurbriggen>

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