Letzte Chance für alkoholkranken Mann

Obwohl ihm der Führerschein entzogen worden war, besorgte er sich einen Ersatzwagen.

Der Mann wurde verurteilt zu einer bedingten Gefängnisstrafe von neuen Monaten bei einer Probezeit von fünf Jahren.

Der Mann wurde verurteilt zu einer bedingten Gefängnisstrafe von neuen Monaten bei einer Probezeit von fünf Jahren.

(Bild: I Stock)

Letzten September am frühen Morgen baute ein schwer alkoholisierter Mann aus dem Raum Interlaken auf dem Weg zur Arbeit einen Selbstunfall. In der Anklageschrift steht, es habe sich um eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 3,28 Gewichtspromille gehandelt. Die Polizei nahm ihm auf dem Unfallplatz den Führerausweis weg und erklärte ihm die Konsequenzen. Am gleichen Abend begab er sich zu einer Autowerkstatt und bezog dort einen Ersatzwagen, dies trotz entzogenem Führerausweis. Es war dies nicht das erste Mal, dass sich der heute fast Fünfzigjährige mit Alkohol im Blut ans Steuer setzte.

Die Gerichtspräsidentin zeigte Verständnis für den Angeschuldigten, wenn er erklärte, er habe jetzt seinen Alkoholkonsum bereits stark eingeschränkt. Andererseits war sie auch streng, denn ohne Hilfe werde er sein Problem nicht in den Griff bekommen, sagte sie. «Ich bin einverstanden damit, dass ich mich in Behandlung begeben muss», antwortete er auf die entsprechende Frage, «nur nicht gerade von heute auf morgen.»

Doch sie blieb hart: «Nein, so läuft es nicht mehr. Die Zusammenarbeit mit der Bewährungshilfe muss jetzt sofort beginnen, und ich erwarte, dass Sie mitarbeiten.» Sollte dies nicht der Fall sein, so müsse er ins Gefängnis. Nur wenn die Anordnungen der Bewährungshilfe eingehalten würden und während der fünfjährigen Probezeit nichts vorfalle, erhalte er die Chance auf eine bedingte Strafe. «Diese erhalten Sie nur, weil bisher noch nie eine Massnahme angeordnet worden ist und Sie diese letzte Chance noch bekommen sollen.»

Die Richterin verurteilte den Mann zu einer bedingten Gefängnisstrafe von neuen Monaten bei einer Probezeit von fünf Jahren. Sie ordnete für den Angeschuldigten Bewährungshilfe an und zwingt ihn, ab sofort mit der Bewährungshilfe zusammenzuarbeiten. Die Bewährungshilfe wird angewiesen, dem urteilenden Gericht diejenigen Institutionen oder Fachpersonen mitzuteilen, welche mit der alkoholfürsorgerischen Betreuung betraut werden.

mku

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