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«Lieber Patric Bhend, du warst kein Kopfnicker-Stadtrat»

Wie immer am letzten Stadtratsabend im Jahr wurden die Zurückgetrenen verabschiedet. Dieses als Highlight geltende Ritual vollzog jedoch die Vize Ursula Haller. Weil Stapi Hansueli von Allmen krank ins Bett musste.

Nach politisch-trocken bis hitzigen Geschäften und Diskussionen im Ratssaal und zwischen würzigen bis süss-saurem Salat, Suppe, Rindsbraten und Dessert vollzieht sich jeweils das als Hightlight geltende Ritual des stadträtlichen Jahresabschlussabends: Die humoristische Verabschiedung der im laufenden Jahr ausgetretenen Stadtratsmitglieder durch den Stadtpräsidenten Hansueli von Allmen. Am Freitagabend waren deren neun, respektive sieben an der Reihe, da sich zwei Ehemalige entschuldigen liessen: Matthias Zellweger (FDP) und Eveline Fahrni-Gränicher (SP). Die sieben Verabschiedeten waren Patric Bhend (SP, ), Katrin Briggen (SP), Hans-Ulrich Feuz (SP), Urs Hüttinger (SVP), Daniel Jacobsen (SP), André Roten (FDP) und Ulrich Spring (FDP). Ursula Haller statt Stapi Was jedoch am Freitagabend anders war als in all den vorangehenden Jahren, war der Sprecher: Weil sich Stadtpräsident Hansueli von Allmen (SP) ein paar Stunden zuvor wegen Grippe ins Bett zurückziehen musste, sprang seine Vize Ursula Haller (BDP) kurzum in die Bresche. «Es ist nicht ganz einfach, anstelle von ihm seine berühmt-berüchtigte Verabschiedungen vorzutragen, doch es ist mir Ehre, Pflicht und Vergnügen», startete sie ihre Aufgabe – und rief in Erinnerung, dass der Stapi in einem Jahr an dieser Stelle selber verabschiedet werde. Und so begann sie, von den Höhen und Tiefen und den Stärken und Schwächen der Zurückgetretenen zu parlieren – dem «Frieden zuliebe» dem Alphabet entsprechend. «Lieber Patric Bhend, » «Lieber Patric Bhend, dein riesiges Engagement mit 29 Vorstössen in sechs Jahren kam die Stadt teuer zu stehen», sagte sie ihm. Jedes Bearbeiten und Beantworten eines Vorstosses koste die Stadt je zwischen 1000 und 4000 Franken. «Wenn ich nun eine Durchschnitt von 2000 Franken nehme und diese hochrechne, komme ich auf mindestens 72000 Franken», rechnete sie ihm vor und fand: «Jedenfalls, lieber Patric Bhend, warst du kein Kopfnicker-Stadtrat – und das war gut so.» Ursula Haller lobte Katrin Briggens Kompetenz, Hansueli Feuz’ Ausdauer und dass sowohl er wie Urs Hüttinger dazu gestanden hätten, dem Rat aus gesundheitlichen Gründen auszutreten. «Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke», sagte die Vizestadtpräsidentin. Grauenhafte Krawatten Haller unterliess es nicht zu erwähnen, wie Daniel Jacobsen jeweils den Träger der grauenhaftesten Krawatten kürte und während den Sitzungen zeichnete. Sie betonte André Rotens vornehme und ruhige Art, und erwähnte, wie Ueli Spring alle Voten mit mathematischen Berechnungen untermalte. «Dies auch», sagte sie schmunzelnd und hatte, wie viele Male an diesem Abend, die Lacher der Ratsmitglieder auf ihrer Seite, «wenn bestimmt nicht alle verstanden, was gemeint war.» Franziska Streun>

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