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Liebesgrüsse aus Berlin

Erstmals seit zehn Jahren ist wieder ein deutscher Bundespräsident auf Staatsbesuch in der Schweiz. Christian Wulff und Bundespräsidentin Doris Leuthard tauschten gestern in Bern vor allem Nettigkeiten aus.

Es war eine Charmeoffensive in der Hauptstadt. «Die Schweiz ist für Deutschland ein enorm wichtiges Land», sagte Christian Wulff gestern in Bern. Beim ersten Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidentin in der Schweiz seit zehn Jahren wurden vor allem Höflichkeiten ausgetauscht. Wulff, seine Frau Bettina und Bundespräsidentin Doris Leuthard gaben sich volksnah und sprachen auf dem Berner Bundesplatz auch mit Schaulustigen. Bei den offiziellen Gesprächen in Bundeshaus kamen dann aber auch heikle Themen zu Sprache. Unter anderem tauschten sich Wulff und Leuthard über den Stand der bilateralen Dossiers aus. Übereinstimmung äusserten die beiden bezüglich des Umgangs mit gestohlenen Bankdaten. Wulff sagte gegenüber der NZZ, der Kauf von gestohlenen Bankdaten sollte in Zukunft «vermeidbar» sein. «Gemischte Gefühle» Bei den Verhandlungen im Fluglärmstreit habe er «gemischte Gefühle», sagte Wulff. Deutschland hat wegen der Lärmbelästigung über Süddeutschland Anflugbeschränkungen für den Flughafen Zürich verhängt. Die Verhandlungen stocken seit Jahren. Bis zu einer Lösung hätten die Verkehrsminister Moritz Leuenberger und Peter Ramsauer noch einige «Viertausender» zu besteigen, sagte der CDU-Politiker. «Aber die Schweizer sind ja dafür bekannt, dass sie Viertausender zu überwinden vermögen.» Die Verhandlungen zu einem neuen Doppelbesteuerungsabkommen (DAB) seien dagegen weit fortgeschritten. «Ich habe das Gefühl, da kann man zu einem Ergebnis kommen», sagte Wulff. Leuthard stimmte ihm zu, dass eine Kooperation der Schweiz nach OECD-Standards den Handel mit gestohlenen Bankdaten einschränken werde. «Schweiz ist wichtig» Bei den Ansprachen in der Wandelhalle des Parlaments waren ebenfalls alle nett zueinander. «Die Deutschen lieben die Schweiz aus vielerlei Gründen», erzählte Wulff etwa. Seine Landsleute bereisten das Land, viele lebten und arbeiteten aber auch hier. Zu den Differenzen zwischen der Schweiz und Deutschland sagte Wulff: «Ich finde es normal, dass es gelegentlich unterschiedliche Sichtweisen gibt. Wir sind ja schliesslich souveräne Staaten.» Vor den Gesprächen im Bundeshaus waren Wulff und seine Frau Bettina auf dem Bundesplatz mit militärischen Ehren empfangen worden. Der Gesamtbundesrat und die Bundeskanzlerin begrüssten die beiden auf dem roten Teppich mit Händedruck. Danach schritten Wulff und Leuthard die Ehrengarde ab. Für den im Juni gewählten Wulff ist die Reise in die Schweiz der erste Staatsbesuch in seiner Amtszeit. Das Ehepaar Wulff bleibt zwei Tage in der Schweiz. Heute Donnerstag sind ein Besuch der Technischen Hochschule in Lausanne und die Teilnahme an einem Podiumsgespräch an der Universität Zürich vorgesehen. sda/fs>

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