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Lorbeeren für die besten Künstler

Stadt BernSeit gestern sind die zwölf besten Künstler mit Bernbezug bekannt. In einer Auktion konnten rund fünfzig Werke in der Galerie Milieu ersteigert werden. Die bekanntesten Künstler haben gewonnen. Sind sie auch tatsächlich die besten?

Gestern durften sich die Künstler Urs Zahn und Anja Schori einen Lorbeerkranz aufsetzen lassen. Ebenso konnten sie ein nicht ganz ernst gemeintes Diplom entgegennehmen. Die beiden gehören zu den Siegern der Aktion «Wer ist der/die beste Künstler/in mit Bernbezug?» Fabian Marti, die Nummer eins, glänzte durch Abwesenheit. Der Lorbeerkranz wird ihm nachträglich zugeschickt, versicherten die Galeristen. Gewonnen hat der 1979 geborene Künstler mit einer schlichten, auf den ersten Blick unspektakulären Arbeit in Schwarzweiss. Die Käufer haben entschieden Wer hat die Gewinner bestimmt? Anfang Mai fand in der Galerie Milieu eine Auktion statt, die viel zu reden gab (wir berichteten). Die Leiter des Grand Palais, der Galerie Marks Blond sowie der Neuen Galerie&Milieu Galerie/Artspace wollten gemeinsam herausfinden, wer der beste Kunstschaffende mit Bernbezug sei. Markt und Publikumsgeschmack wurden dabei als Entscheidungsträger eingesetzt. Wer das höchste Gebot erlangen würde, sollte gewinnen. Bewusst hatte man auf Vielfalt gesetzt und volkstümliche Sonntagsmalerei neben Werken von ziemlich renommierten Künstlern ausgestellt. Geld und Geist Die Auktion war durch und durch ein Erfolg: Rund hundert Gebote gingen ein. Mehr als 30000 Franken insgesamt war den Ausstellungsbesuchern die Kunst Wert. Alle Werke wurden am Ende versteigert, und die Galerie hat dabei eine kleine fünfstellige Summe eingenommen. Genaue Zahlen verschweigt Rémy Pia, Inhaber der Galerie Milieu. Auch die Käufer und ihre Gebote bleiben anonym. Ist er vom Resultat überrascht? Die Berner hätten Geschmack bewiesen, meint Rémy Pia, und nicht einfach das Gefälligste ausgewählt. Doch man könne das natürlich auch anders sehen, sinniert er später am Abend. Vermutlich wussten die Leute auch einfach, dass das Werk des Gewinners dank dessen Bekanntheitsgrad am meisten Wert habe. Hätten die Bietenden auch für einen Künstler ohne Rang und Namen so viel geboten? Sich ganz einfach auf ihr geschultes Auge verlassen? Es bleiben interessante Fragen rund um Geld und Geist offen, die der Galerist in einer in einigen Monaten erscheinenden Publikation erörtern will. «Wenn man sich beim Anschauen eines Bildes überlegt, wie viel man bereit wäre dafür zu zahlen, schaut man es mit ganz anderen Augen an», ist er überzeugt. Helen Lagger>

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