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Malerei und Musik – zeitlos

«Zeitlos» ist das Motto, der Meiringer Festwoche, zu der auch Heinz-Peter Kohlers Ausstellung in der Englischen Kirche gehört.

Auf dem glühend heissen Platz mit Fettkreide zeichnend konstruierte der französische Geigenbauer François Denis am Samstag zusammen mit Lernenden der Geigenbauschule die Umrisse einer Stradivari-Geige – ein mathematisch-geometrisches Gebilde. Auf dem Mäuerchen, das den Platz vom Hotelgelände trennt, sass der 75-jährige Bieler Maler Heinz-Peter Kohler, Bleistift und Block in der Hand, und skizzierte, was vor ihm geschah. Gegen 16 Uhr wechselten Maler und Zuschauer dann in die kühlere Englische Kirche zur Vernissage. Hier: deutlich weniger Kunstinteressierte als sonst – wars die grosse Hitze, ists der WM-Match, der eben auch um 4 Uhr angepfiffen wurde? Das kümmerte den im Oberhasli aufgewachsenen Bieler Pfarrer und Schriftsteller Andreas Urweider nicht. Er ist lange mit Kohler befreundet und viele Arbeiten mit Texten begleitet. Auch jetzt wieder: Er hat sich von den 13 kleinformatigen Aquarellen, die (zusammen mit Ölbildern) in der Galerie zu sehen sind, inspirieren, zu einem Brainstorming verleiten lassen und daraus dann zu jedem Bild ein Gedicht extrahiert. Klar, dass Andreas Urweider den Vernissagebesuchern «seinen» Heinz-Peter Kohler und dessen Schaffen vorstellte. Zweisprachig, wohlverstanden – in Haslitiitsch und auf Hochdeutsch sprach er das Motto «Zeitlosigkeit» an. Bei der Schilderung des Zusammentreffens mit dem Schattenhalber Kohler Hansruedi beispielsweise. Ihn habe er gefragt, welches Haus in Willigen zu verkaufen sei. Das sei kein Haus für ihn, habe Hansruedi gewarnt, «im Winter siehst du die Sonne nicht, im Sommer den Vollmond nicht, das ist nichts für dich in deinem Alter». Ein Ort, wo der Mond und die Sonne fehle, sei in der Tat zeitlos, sagte Urweider. Auf Hochdeutsch schilderte er seine «zeitlose» Hinfahrt mit der Bahn: «Der Zug hat mich aus Bern gebracht, vorbeigetragen an Landschaften, die hinter mich zurückfielen, den kommenden hatte ich den Rücken gekehrt, so dass ich alles erst wahrnehme, wenn es vorüber ist. So ist es auch im Leben, ich nehme etwas erst wahr im Nachhinein, ich bin blind für den Augenblick.»André Hug Die Ausstellung dauert bis zum 1.August. Di bis So, 13:30 bis 18 Uhr.>

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