Zum Hauptinhalt springen

Masuta wehrt sich gegen Justiz

Sikh-GönnerSeit über fünf Jahren läuft das Verfahren der Bundesanwaltschaft gegen Ranjit Masuta. Zu einer Anklage gegen den Geschäftsmann ist es allerdings bis heute nicht gekommen.

Es passierte 2006: Im damaligen Hotel Brünneli in Langenthal kreuzten Polizisten auf und verhafteten Ranjit Masuta (47). Die Bundesanwaltschaft machte dem Telecomunternehmer, der sich zum Millionär hochgearbeitet hatte, massive Vorwürfe: Er solle auf Plakaten für seine Telefonkarten mehr Gesprächsminuten versprochen habe, als er tatsächlich verkauft habe. Die Bundesanwaltschaft sprach von Betrug und Geldwäscherei. Masuta selbst bestreitet die Anschuldigungen. Nie habe sich ein Kunde bei ihm beschwert. Und Firmen wie die Swisscom würden genau gleich geschäften. Seit der Polizeiaktion in Langenthal sind mehr als fünf Jahre verstrichen: Und noch immer ermittelt die Bundesanwaltschaft; zu einer Anklage ist es aber bis heute nicht gekommen. Seit nun die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens kürzlich über Masutas Schicksal berichtet hat, steht der Mann wieder im Fokus der Medien. In der Sendung hat er angekündigt, dass er sich wehren will. Er fordert vom Staat eine Entschädigung von 130 Millionen Franken. Der Grund: Masuta sagt, er hätte seine Firma für 100 Millionen verkaufen können. Das könne er belegen. Weil er aber so lange in Untersuchungshaft gewesen sei, habe er Konkurs anmelden müssen. Unterstützung erhielt Masuta in der «Rundschau» vom ehemaligen Langenthaler Stadtpräsidenten und heutigen Regierungsrat Hans-Jürg Käser (FDP). Er könne sich nur schwer vorstellen, dass Masuta ein Krimineller sei, sagte Käser. Und auch Strafrechtsexperte Franz Riklin setzte sich für Masuta ein: Es sei nicht nachvollziehbar, dass ein Verfahren derart lange dauere. Gegenüber der BZ begründet die Bundesanwaltschaft das langwierige Verfahren mit der Komplexität. Voraussichtlich Ende 2011 soll der Fall abgeschlossen werden. Die Frage, ob es nun zu einer Anklage kommt oder nicht, beantwortete die Bundesanwaltschaft nicht. Nur so viel: Einzelne Verdachtsmomente hätten sich «konkretisiert und erhärtet». Fakt ist allerdings: Die massivsten Vorwürfe gegen Masuta machte eine Ex-Mitarbeiterin von ihm. Heute ist bekannt, dass die Frau gelogen hat. Für Masuta ein schwacher Trost. «Mein Ruf ist zerstört», sagt er. In Mitleidenschaft gezogen würden leider auch die übrigen Sikhs in der Schweiz. Denn Masuta war und ist einer der grössten Sponsoren des Langenthaler Sikh-Tempels. Weil die Ermittler seine Konten gesperrt haben, bekommen nun die Sikhs finanzielle Probleme (vgl. Haupttext). Masuta ist dennoch kämpferisch. «Ich bin unschuldig.» Er werde nicht ruhen, «bis die Wahrheit ans Licht kommt». baz >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch