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Mini-Einzonung löst Protest aus

Wird Land eingezont, gibt das zu Reden. So im Wangental: Im Juni stimmen

Die Gebäude der ehemaligen Sägerei Hofstetter sind eine Insel zwischen Oberwangen und Thörishaus. Und zwar keine grüne, sondern eine graue: Ringsherum befindet sich unbebautes Kulturland. Diese grünen Wiesen könnten allerdings kaum unidyllischer liegen: direkt an der Autobahn. Trotzdem wird um diese Grünflächen nun gekämpft. Denn der Könizer Gemeinderat will sie leicht beschneiden: 900 Quadratmeter Landwirtschaftsland sollen zum bestehenden Areal von 7700 Quadratmetern dazugeschlagen werden. Zudem will der Gemeinderat auf dem Gelände die maximale Gebäudehöhe von 8,5 auf 15,8 Meter erhöhen. Auch sollen 50 Meter lange Hallen erlaubt sein. Heute befinden sich auf dem Areal ein Autooccasionshändler und ein Wohnhaus. Das umliegende Land gehört zum Teil der Gemeinde und wird landwirtschaftlich genutzt. Im März werden die Könizer Parlamentsmitglieder darüber abstimmen, am 13.Juni geht das Könizervolk an die Urne. Sedlmayer: «Minimal» Der Grund für die Änderungen: Die Firma Mosimann Holzbau AG gibt den alten Standort in Köniz auf und zieht auf besagte Parzelle. Für die neue Zufahrt soll das Areal im Norden und Süden je um 3,5 Meter und im Westen um 6 Meter vergrössert werden (blaue Fläche auf der Grafik). Ausser dem alten Riegelhaus will die Firma alle bestehenden Gebäude abreissen und durch neue ersetzen. Geplant sind zwei miteinander verbundene Werkhallen und eine hohe Halle für die Holzverarbeitung, in welcher Kräne zum Einsatz kommen. Für Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP) ist die Einzonung «minimal». Dies sei kein Präjudiz für weitere Einzonungen im Wangental. Diese kleinen Anpassungen seien nötig, um die Holzbaufirma in der Gemeinde zu halten. Dieser Standort im Wangental eigne sich sehr gut für die Baupläne. Dies im Gegensatz zum heutigen Firmensitz am Sonnenweg mitten im Könizer Zentrum. In der Umgebung werde von der Umzonung kaum etwas zu spüren sein. Land für Firmen fehlt In der laufenden Revision der Ortsplanung hat sich der Gemeinderat von seiner Idee verabschiedet, zwischen Oberwangen und Thörishaus eine grosse Arbeitszone zu schaffen. Dies aus Rücksicht vor den negativen Reaktionen, die es dazu aus dem Wangental gab. Geeignete Firmenstandorte bleiben also Mangelware. Auf dem Gemeindegebiet von Köniz gibt es noch 29 Hektaren Industrie- und Gewerbeland: 14 Hektaren sind unbebaut, und 15 Hektaren werden bereits gewerblich genutzt und können umstrukturiert werden. Zu diesen 15 Hektaren zählen auch der bisherige und der künftige Mosimann-Firmenstandort. Angst vor Industriegebiet Die Pläne bei Oberwangen werden bekämpft. Die Arbeitsgruppe für Planungsfragen im Wangental (APW) hat gegen die geplante Änderung des Zonenplans Einsprache erhoben. «Sie schafft ein Präjudiz für die Ortsplanung», sagt APW-Präsident Markus Moser. Die APW wolle verhindern, dass zwischen Oberwangen und Thörishaus ein durchgehendes Industriegebiet entstehe. Die Bevölkerung im Wangental trage mit Autobahn, Bahn, Kantonsstrasse, Industrie, Kiesabbau und Recycling bereits heute grosse Lasten. Die APW will kommende Woche zusammen mit dem Ortsverein Oberwangen und dem Verein zum Schutz des Kulturlandes (VSK) vor die Medien treten. Katharina Merkle >

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