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Mit Radio und Veloanhänger auf dem Bundesplatz

Der Glückstein aus dem Maggiatal hat Simonetta Sommaruga Glück gebracht. Kurz nach 7 Uhr morgens drückt die SP Köniz ihrem prominentesten Mitglied, das auch Tessiner Wurzeln hat, diesen Stein auf dem Weg ins Bundeshaus in die Hand. Und fiebert danach mit Sommaruga mit, bis die Wahl entschieden ist. Denn in Köniz ist Simonetta Sommaruga als Gemeinderätin politisch gross geworden. Bis heute ist sie dort auch im SP-Vorstand aktiv. Etwas verloren steht die Handvoll Genossinnen und Genossen auf dem Bundesplatz. Viel los ist hier nicht. «Aber wir gehören hierher», sagt Co-Parteipräsident Christian Roth. «Wir wollen so nah wie möglich dabei sein.» Im Veloanhänger neben ihm stecken ein paar Transparente. «Simonetta wird Bundesrätin» propagieren sie. Doch Wetten abschliessen würde kurz nach 8 Uhr auch in der Könizer SP noch niemand darauf. Lieber spricht Roth von einer Win-win-Situation. «Wird sie nicht gewählt, haben wir weiterhin eine gute Ständerätin.» Einen Fernseher gibt es hier nicht. Das kleine Radio auf dem rot-weiss-gestreiften Klappstuhl muss genügen, um mitzuverfolgen, was im Bundeshaus passiert. Als jüngster Fan hat sich der 10-jährige Thierry Roth direkt davor platziert und wartet auf die Resultate des ersten Wahlgangs. «Jetzt unterschreibe ich nur noch mit ‹Annemarie nervös›», sagt Co-Präsidentin Berlinger. Umso grösser ist die Freude über Sommarugas gutes Startresultat. Doch allen ist klar: Das Rennen ist noch nicht gelaufen. Da hilft nur noch Daumen drücken. Ums Radio wird es mucksmäuschenstill. «Das wird immer besser», freut sich Roth über Sommarugas Abschneiden im zweiten Wahlgang. Neben ihm versucht SP-Vorstand Martin Graber aus seiner Zetteli-Statistik die richtigen Schlüsse zu ziehen. «Das heisst noch gar nichts», warnt er. «Chrigu, wir haben geputzt, wir haben eine neue Bundesrätin», flüstert ein SPler Christian Roth zu, als Jacqueline Fehr im dritten Wahlgang ausscheidet. Erst nach dem vierten Wahlgang wagen die SPler zu jubeln und rollen rasch das Siegestransparent aus. Kameras und Mikrofone sind jetzt auf sie gerichtet. Alle wollen ein Statement zur neuen Bundesrätin. Auch SP-Gemeindepräsident Luc Mentha gesellt sich aus dem Bundeshaus zur Gruppe. Was lässt sich da noch sagen? «Wir sind stolz und glücklich», spricht Mentha in all die Mikrofone. «Das ist ein grosser Tag für Köniz, aber auch ein grosser Tag für die Schweiz.» Lucia Probst >

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