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Mit Tempo, aber ohne Taschentuch

unihockeyDie Rückkehr Thomas Bergers nach Kirchberg geriet emotionslos.

Für Sentimentalitäten hat Thomas Berger offenbar nicht viel übrig. Er wunderte sich, allseits auf die Begegnung mit seinen früheren Spielern angesprochen zu werden, und versicherte, ganz Pragmatiker: «Für mich war das eben nichts Spezielles. Ob ich Chur nun hier oder woanders coache – das ist egal.» Der 41-jährige Bündner hatte Wiler-Ersigen im Sommer 2003 übernommen und zu sechs Meistertiteln geführt. Im Frühling kams zur Trennung. Im Sommer wurde Berger mit dem Trainerposten in Chur betraut, und am Samstag gastierte er erstmals in Kirchberg, wo der Ligakrösus die Heimspiele austrägt. Bergers Worte korrespondierten mit dem Eindruck, den er während des Spiels hinterlassen hatte. Er machte da nicht den Anschein, Nostalgiker zu sein, und widmete sich vollumfänglich dem Geschehen. Sich über die Stühle bückend, stets im Dialog mit der Belegschaft: Das war zumindest zu Beginn Bergers Dauerpose, mit der er die ersten Gegentreffer beinahe stoisch hinnahm. Später wurde Chur stärker, Berger lauter. Ihm entging freilich nicht: Der Favorit ist in einem Stadium, das Überraschungen zulässt. Wiler, das von Bergers Nachfolger Heikki Luukkonen eine neue Philosophie verpasst bekommt, hatte das Auftaktspiel gegen GC verloren und agierte auch am Samstag nicht unwiderstehlich. Bis Kaspar Schmocker zwölf Minuten vor Schluss das 7:5 erzielte, hatte der Gast auf einen Punktgewinn hoffen dürfen. Berger sagte: «Ich ahnte, dass es nicht reichen würde. Wir sind noch nicht gefestigt; gegen ein Team wie Wiler reicht das in der Regel nicht.» Thomas Bergers Ziel ist es, Churs System grundlegend zu verändern. Die Bündner sollen das Spiel an sich reissen, statt auf Gegenstösse aus zu sein. Gegen ein Team wie Wiler, das gleichfalls dominant aufzutreten pflege, sei das natürlich besonders schwierig, sagte er. «Aber das habe ich diesmal gar nicht verlangt. Wir sind noch meilenweit davon entfernt, auch nur im Ansatz so zu spielen, wie ich mir das vorstelle», sagte er. Er gesteht seiner Mannschaft zu Beginn Niederlagen zu – er weiss um die Schwierigkeit des Startprogramms –, fordert aber, aus den Fehlern zu lernen. Das machte Chur zu seiner Zufriedenheit – Berger jedenfalls machte schon mal «eine deutliche Steigerung» aus. Die Gewissheit, ein lernfähiges Team zu betreuen, war das Einzige, was Berger mit nach Chur nahm: Er war vor dem Spiel nicht geehrt worden, bekam da keine Blumen und später auch keine Punkte. Das erste Aufeinandertreffen Wiler/Berger war kein Wiedersehen, das den Gebrauch von Taschentüchern erforderte. Schmocker sagte: «Im Unihockey ists letztlich nicht anders als etwa im Fussball: Es kommt schon mal zu Wechseln. Berger war ein sehr guter Trainer, und Luukkonen ist es auch.» In der Mannschaft sei die Begegnung mit dem früheren Trainer nicht gross thematisiert worden, sagte der Verteidiger. Für den Meister stimmte der Ertrag am Samstag, obwohl er mitunter Schwächen offenbarte und mit dem rapiden Tempo, das er anschlug, teils selber nicht Schritt halten konnte, woraus Gelegenheiten und auch Treffer für Chur resultierten. Gemäss Schmocker, dem 23-jährigen Nationalspieler, gehe es gegenwärtig aber primär darum, Schwung zu holen. «Wir müssen in bester Verfassung sein, wenns zählt.» Adrian Horn>

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