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Mitternachtsspuk mit dem Hippigschpängschtli

MusiCalZuerst wars ein Kultlied, jetzt ists ein ganzes Stück: «Ds Hippigschpängschtli und der guldig Schlüssel» von Peter Reber ist eine Geschichte mit wenig Dramatik, einem irritierenden Gespenst, aber lustigen Nebenfiguren. Nun ist es in Bern zu sehen.

«Achtung, ich kriege einen Schlaganfall.» So kündigt sich die Standuhr im Schloss an. Dann schlägt sie zwölfmal, es ist Geisterstunde. «Ds Hippigschpängschtli» (Bea Rohner) rutscht das Treppengeländer herunter und rockt das Haus. Es ist eine Mischung aus Hausfrau und Janis Joplin, die in diesem Stück als Identifikation dienen soll. Mit der Figur aus Oscar Weiss’ liebevoll illustrierten Kinderbüchern hat das clowneske Gespenst jedoch nur wenig zu tun. Wenn es den Teenie-Slang imitiert oder sich den Kopf wiederholt an der Wand stösst, reisst das weder Kinder – vorwiegend kleine Mädchen – noch Erwachsene vom Sitz. Gugelhopf statt Ziebenhopf Lustiger sind die Nebenfiguren: Der Schlosshund (Domenico Pecoraio) singt eines der besten Lieder, in dem er erzählt, wie er sich von seinen Ketten befreite und im Schloss Freunde fand. «Prinzässin Meierysli» (Jana Schönbächler) erinnert in ihrem rosaroten Ballettkleidchen an Prinzessin Lillifee, einer anderen beliebten Kinderbuchfigur, und der schlaksige Butler (Oliver Koch) punktet mit Sprachwitz. Das Musical beginnt mit dem Schlossbesuch der eingebildeten Baronin Ziebenhopf (Claudia Dieterle), die vom Butler zum Amüsement der Kinder mal als Gugelhopf, mal als Ziegenhops bezeichnet wird. Sie stiehlt einen goldenen Schlüssel, um in der Schatzkammer ihren Sohn Olaf (Stephan Luethy) als Thronerben auf einer alten Schriftrolle einzuschreiben. Der Plan wird vom Hippigschpängschtli vereitelt, Meierysli bleibt Thronfolgerin. Schliesslich hat sie auch mehr drauf als Muttersöhnchen Olaf. Kaum Drive hat jedoch die Geschichte, der es mehrheitlich an dramatischen Höhepunkten fehlt. Lieber Rockstar als König Die beiden augenfälligsten Figuren sind die böse Baronin, die in ihrem petrolgrünen Samtkleid und der violetten, hoch aufgetürmten Perücke eine exzentrische Neureiche parodiert, und der «Chünig» (Christian Johannes Käser), der als Mischung aus Michael Jackson und Prince mit seiner elektronischen Gitarre von seinem Unglück singt. Er wäre lieber Rockstar statt König geworden. Doch auch er weiss: «’s isch schön, we me Fründe het.» Es ist der zweite Gassenhauer neben dem «Hippigschpängschtli», der gleich zweimal vom ganzen Schlosspersonal performt wird – zur Freude von Klein und Gross.Helen Lagger ;Aufführungen: 5.3., Theater National Bern, 19. und 20.3., Musicaltheater Wankdorf, 26.3., Schlossgut Münsingen (alle ausverkauft). Weitere Vorführungen ausserhalb der Region: www.balzer-produktionen.ch. >

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