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Mode und Möbel aus Zollikofen

Die Geschichte von

Japanisch ist nur der Name: «Toku». Was so viel heisst wie «besonders». Alles andere im Laden an der Gerechtigkeitsgasse 53 ist schweizerisch. Nirgendwo steht klein gedruckt unter dem Schweizer Markennamen «Made in China» auf dem Etikett. Das, was Mariann Liechti und Zimi Kesselring im «Toku» verkaufen, wird in Bern genäht, in Zollikofen geschweisst oder in Windisch geschustert. Auch die eigene Mode, welche die beiden Designerinnen zusammen mit Rebecca Studer produzieren, kommt aus Bern. Ursprünglich fingen die drei Frauen mit 33 Paar Holzzockeln an. Mit Schwimmflügeliplastik, Veloschläuchen oder Leder kombinierten sie die Holzschuhe zu so speziellen Kreationen, dass sie damit vor drei Jahren eine Kunstausstellung im damaligen «Wartsaal» am Berner Helvetiaplatz gestalteten. Die Zockel fanden sofort viele Käuferinnen, welche sich die Kunstwerke an die Füsse streifen. Deshalb produzierten die Modemacherinnen weitere «Tokushuus», wie sie sie nannten. Anfang Jahr erhielten sie dafür einen Designpreis des Kantons Bern. Den Laden «Toku» haben sich Mariann Liechti und Zimi Kesselring nun aber nicht nur für ihre eigene Mode eingerichtet. «Wir wollen Schweizer Design unter einem Dach anbieten», erklären sie. Deshalb stehen die Berner «Tokushuus» neben «Künzli»-Schuhen aus Windisch, auf Metallkuben von «Schweres» aus Zollikofen. Und daneben hängen Kleider der Bernerin Debora Rentsch und Polarkappen aus Fell und Leder von Silvanaost aus Basel. Oder man trifft auf «Green horn», ein ausgemustertes Nachttischchen, das die Berner Mateo Kreienbühl und Patrick Senn zum giftgrünen Blickpunkt aufgepeppt haben und als Unikat unter der Marke «Matsen» verkaufen. Gewisse Modestücke sind nur gerade während drei Monaten im «Toku» zu kaufen. Die Besitzerinnen bieten vier Mal im Jahr anderen Schweizer Modemarken Gastrecht. Daneben gibt es aber viel Beständiges: Etwa die Klassiker der Basler Firma «Erfolg»: Shirts und Pullover, die zwar teurer sind als im Warenhaus, aber dafür «made in Switzerland» und auch nach zehn Jahren noch nicht verzogen, verfärbt und ausgeleiert. Angst davor, dass Kunden in Krisenzeiten nicht 59 Franken für ein T-Shirt oder über 200 Franken für Holzzockel auszugeben bereit sind, haben die «Toku»-Besitzerinnen nicht. «Im Gegenteil», sagen sie. «Gerade dann, wenn es wirtschaftlich nicht so läuft, kaufen die Leute bewusster ein. Sie leisten sich zwar weniger oft etwas. Dafür darf es auch teurer sein, wenn sie es dafür länger tragen können.» Esther Diener-MorscherEröffnung: Donnerstag, 29.Okt., 17 Uhr. •www.toku-store.ch >

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