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«Momo» erwartet einen «schönen Kampf»

Am Boxing Day im Kursaal finden zwei Titelkämpfe statt. Während Mittelgewichtler Yves Studer seinen Gürtel aufs Spiel setzt, bekommt Halbschwergewichtler Mohamed Belkacem die erste Chance,

Die Kampfnamen von Berufsboxern sollen Respekt einflössen. Witali Klitschko zum Beispiel nennt sich «Dr. Eisenfaust», Yves Studer, das Aushängeschild von Daniel Hartmanns Boxing Kings, «Pitbull». Trainer Bruno Arati attestiert seinem Boxer, der am 26.Dezember im Kursaal seinen Mittelgewichtstitel als Champion der europäischen Nicht-EU-Länder gegen den Weissrussen Andrei Salakhutdzinau zu verteidigen versucht, folgerichtig «ungeheuren Biss», wobei er dies im übertragenen Sinn meint. Auch Mohamed Belkacem ist Profiboxer, auch er kämpft am Samstag um einen EE-EU-Gürtel, doch sein Übername löst keine negativen Assoziationen aus. «Momo» rufen ihn seine Freunde, und so heisst er auch im Ring. «Mein Vater hat mich immer so genannt, und der Name ist hängen geblieben», erzählt der 30-Jährige. Belkacem ist in Algerien geboren; er lebt seit 2001 in Freiburg, ist seit 2003 mit einer Schweizerin verheiratet und seit gut drei Jahren in Besitz des roten Passes. Er vermisst hier manchmal seine Familie, die zwischenmenschliche Wärme, doch «in meinem Heimatland hätte ich meinen Sport nicht auf diesem Niveau ausüben können». Zweimal jährlich reist er nach Algerien, jeden Sonntag telefoniert er mit Familienmitgliedern. Wer nun glaubt, Belkacem sei schlecht integriert, irrt. Er fühlt sich wohl hier, arbeitet zu 100 Prozent als Box- sowie als Fitnesstrainer und ist im Sport erfolgreich. Er war einst Weltmeister im Vollkontaktkarate und im Kickboxen, doch mittlerweile konzentriert er sich, «weil sich als Kickboxer kein Geld verdienen, nicht Karriere machen lässt», auf das Faustgefecht. Adrenalin und Ästhetik Dieser Terminus ist im Zusammenhang mit Belkacem durchaus angebracht. Der Algerien-Schweizer führt eine feine Klinge. «Ich strebe nie eine Ringschlacht an, sondern versuche, meinen Gegner auszuboxen.» Dies gilt auch für das Duell mit Mahamad Aripgatsjew (WRuss). Der Titelverteidiger sei ein harter Brocken, sagt Coach Arati. «Er ist mit allen Wassern gewaschen und zudem grösser als Momo.» Belkacem streicht nach dem Studium einer DVD Aripgatsjews Ruhe und sauberen Stil heraus. «Es wird ein schöner Kampf.» Weil er um einen Gürtel boxt, wird er sehr nervös sein. «In einem Titelkampf ist der Stress grösser – du schüttest mehr Adrenalin aus.» Trotzdem freut er sich auf das Meeting. «Ein Sieg kann mir viele Türen öffnen.» Mohamed Belkacem träumt davon, ein echter Champion zu werden. Und diese Bezeichnung verdient für ihn nur einer, der mindestens Europameister ist und diesen Titel mehrfach verteidigt. Der Weg zum Champion ist noch weit, doch vielleicht löst «Momo» in der Szene künftig auch negative Assoziationen aus. Adrian RuchProgramm Seite 14 >

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