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Musikalische Begegnungen in Variationen

Mit einem leidenschaftlichen Auftakt wurde das diesjährige Gaia-Kammermusikfestival in der Kirche Amsoldingen eröffnet.

«Cher Claude, lieber Johannes» – so steigen die Veranstalter des diesjährigen Gaia-Kammermusikfestivals im Programmheft ein. Es dreht sich alles um das Thema Begegnungen; Begegnungen der Komponisten, Begegnungen der Musiker, Begegnungen der Konzertbesucher. Und dieses Thema hat die künstlerische Leiterin und Gründerin des Gaia-Festivals, Gwendolyn Masin, in zig Variationen in der Stadt und Region Thun aufgegleist. Zweimalzwei als Motto Zum Eröffnungskonzert vom Donnerstagabend in der über 1000-jährigen Kirche Amsoldingen reisen die Besucherinnen und Besucher nicht nur aus Thun und Bern an; auch ein irischer Musikstudent und ein amerikanischer Klassikliebhaber haben sich dem Besuch des Festivals verschrieben. Claude Debussy und Johannes Brahms sind sich zu Lebzeiten tatsächlich einmal begegnet. In der Amsoldinger Kirche taten sie dies auf musikalischer Ebene erneut. «Gaia-Zweimalzwei» lautete das Motto des Abends. Zwei Komponisten, zwei Musikerpaare, zwei Länder – und bei Brahms ein deutlicher Bezug zu Thun. Die Violinistin Gwendolyn Masin hatte für sich und ihren Konzertpartner Robert Kulek Brahms Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 d-Moll opus 108 ausgewählt. Die beiden Musiker Gavriel Lipkind (Cello) und Roman Zaslavsky (Klavier) änderten ihr Brahms-Programm kurzerhand von der geplanten Sonate Nr. 1 zur Nr. 2 opus 99, der Thuner Sonate schlechthin. Beide gespielten Werke sind während Brahms’ Sommeraufenthalt in Thun 1886 entstanden. Leidenschaft & Zärtlichkeit Finessenreich leuchteten die vier Musiker, die sich in den grossen Konzertsälen der Welt ebenso wohl fühlen wie sie es scheinbar in der weitaus intimeren Kirche Amsoldingen taten, die verborgenen Gefühlswelten der beiden Komponisten Debussy und Brahms aus. Geprägt von eruptiver Leidenschaft und hingebungsvoller Zärtlichkeit entstand so für die Zuhörer vor deren inneren Auge ein kontrastreiches Gemälde, das Lust auf mehr weckt. Heinerika Eggermann Dummermuth Das Gaia-Kammermusikfestival dauert noch bis morgen Abend. Heute und morgen Sonntag finden je um 19 Uhr Konzerte im Rittersaal Schloss Thun statt. Die Matinée im Schloss Oberhofen ist bereits ausverkauft. Sämtliche Mütter, die am Muttertag von ihren Söhnen oder Gatten ans Konzert begleitet werden, erhalten zudem rote Rosen. •www.gaia-festival.ch >

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