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Musikalischer Pioniergeist

Als eine der ersten in ganz Europa erhält die Musikschule Oberemmental heute ein ISO-Zertifikat.

Delegationen aus allen umliegenden Gemeinden und auch Erziehungsdirektor Bernhard Pulver reisen heute Abend nach Langnau. Sie werden Reden halten und anstossen – auf den Pioniergeist der Musikschule Oberemmental, die an einem Pilotprojekt des Verbandes Musikschulen Schweiz teilgenommen hat. «Quarte», nennt sich das europaweit erste Musikschullabel, das die Qualität des Unterrichts «sichern und weiterentwickeln» soll. Es gibt drei Stufen: Bucheggberg wurde als Pilotschule für die erste ausgewählt, Unteres Worblental für die zweite und Oberemmental für die dritte, die höchste. 970 Kinder, 42 Lehrer Seit fünf Jahren nehmen Leitung und Lehrer der Musikschule Oberemmental ihre Arbeitsabläufe immer wieder unter die Lupe und suchen Optimierungsmöglichkeiten. Dabei herausgekommen sei nicht wie befürchtet ein Wust von Reglementen, sondern ein einziges Organisationshandbuch, berichtet Schulleiter Hans Peter Schenk. Dieses Buch und vor allem seine Handhabung haben die externen Experten überzeugt. So bekommt die Musikschule Oberemmental heute Abend das «Quarte»-Label und das in der Wirtschaft bestens bekannte ISO-Zertifikat 9001 überreicht. 970 Kinder und Jugendliche sind in der Musikschule Oberemmental eingeschrieben. Sie werden von 42 Lehrern im «Schlössli» Langnau und in sechs weiteren Gemeinden unterrichtet. «Ein Betrieb dieser Grössenordnung braucht klare und effiziente Strukturen, damit möglichst viel der zur Verfügung stehenden Ressourcen in den Unterricht fliessen und nicht in der Organisation verpuffen», erklärt Schenk. Das «Quarte»-Label bürgt zudem für regelmässige Feedbackgespräche zwischen Schülern und Lehrern, es verpflichtet alle Lehrer zur Weiterbildung und, und, und. Macht das Beispiel Schule? Das Label bringt aber auch bildungspolitische Vorteile: Die Musikschule Oberemmental – Jahresumsatz 2,1 Millionen – erhält gut 48 Prozent ihrer Einnahmen von Langnau sowie den umliegenden Gemeinden. Weitere 16 Prozent kommen vom Kanton, die restlichen 35 Prozent steuern die Eltern als Schulgeld bei. Politiker würden bei Subventionsentscheiden immer mehr auf den «wirkungsvollen Einsatz der Mittel» achten, weiss Hans Peter Schenk, selber Mitglied des Langnauer Gemeinderats. Es sei also durchaus möglich, dass irgendwann jede Musikschule ein Zertifikat vorweisen müsse. Markus Zahno>

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