Mystery-Park erstrahlt in Theatermagie

Interlaken

Mit Lichtzauber, Leichtigkeit und tausend Ideen zaubert das Theaterstück «Der Galaxist» dem Mystery-Park seine Magie zurück. Das Publikum wandelt dabei durch eine farbenfrohe Welt.

Auf Gala X ist alles easy: Im Raum mit den Geschicklichkeitsautomaten gehts per Rollschuhen ab.

Auf Gala X ist alles easy: Im Raum mit den Geschicklichkeitsautomaten gehts per Rollschuhen ab.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Deborah Lanz hat für ihre neue Produktion einen riesigen neuen Partner gefunden: den Jungfraupark. Er erhält mit ihrem Theaterstück «Der Galaxist» irgendwie die Magie zurück, welche die grossen Rätsel dieser Welt dem Mystery-Park am Anfang seines Bestehens gegeben hatten, und die ihm der wirtschaftliche Misserfolg genommen hat.

Im Theaterstück sind es nicht Ausserirdische, welche die Erde besuchen, sondern drei Irdische, die relativ ungewollt in eine fremde Welt auf Gala X geflogen werden. Zusammen mit dem Publikum, das in der ganz in Blaulicht getauchten Kassenhalle des Parks nach einem Roboter-Koffer-Ballett nicht ein- sondern auscheckt. Wohin?

Silbervorhänge

Die Reise geht durch Silberfädenvorhänge, die es mit Gefühl zu öffnen gilt. Rosagoldene Begleiterinnen und Begleiter weisen den Weg. Ein wenig Disharmonie verbreiten zwei sehr aktive Gorillas, die herumwuseln und mit ihren arttypischen «Uh uh»-Lauten Dominanz markieren. Die zwei jungen Schauspieler machen das prächtig. Sonst ist alles so sonnig wie die Begleitmusik: «Don’t Worry, Be Happy». Tobler, «der Galaxist», beginnt seine Reise als Wirtschafts-VIP und erlebt eine grosse Verwandlung.

Ein wenig Disharmonie verbreiten zwei sehr aktive Gorillas, die herumwuseln und Dominanz markieren.

Vorerst beginnt er einen heftigen Streit mit einem der Gorillas und einem menschlichen Gegner, der auch auf Gala X gelandet ist. Die beiden bezeichnen sich als schleimige Frösche. Worauf sie im Reich der Frösche landen. Der Seerosenteich im Aussenbereich des Parks leuchtet in allen Farben, während einer der Frösche hoch hinaus will und auf einer Muschel schwimmt. Aber vielleicht doch unter seinesgleichen besser aufgehoben ist.

Fische fliegen

Tobler landet in einem Aquarium. Glücklicherweise hängen die Haie und auch Clownfisch Nemo in der Luft. Was wiederum die junge Gala-X-Reisende von ihrem hoffnungslosen Realitätssinn kuriert, denn Haie sind damit nicht mehr unbedingt im Salzwasser, wie sie auf der Reise immer wieder betont. Tobler findet den Ausweg aus dem Aquarium und wandelt sich: Ganz in Rot getaucht und unter den Klängen von «Simply the Best» manifestiert sich das in einer hinreissenden Stripteaseparodie.

Der Showdown mit dem Gegner endet für Tobler im Wasser. So ganz sicher, ob er sich etwas länger auf der Slackline hätte halten sollen oder nicht, konnte das mitreisende Publikum nicht sein. Den Taucher jedenfalls nimmt der Protagonist gelassen hin. Von hoch oben auf der grossen Feuerleiter am blauen Parkeingangsgebäude schaut die junge Galaxistin zu.

Hat der Streit der beiden Männer etwas mit ihr zu tun? Jedenfalls: Tobler freut sich über die so von Altlasten befreite Freiheit und macht sich auf. Über eine Maxi-Stehleiter, neben dem Feuerwerk aus einem beleuchteten Rasensprinkler, geht er in Richtung neuer Welten, symbolisiert durch die grosse beleuchtete Kugel des Mistery-Parks. «I Will Always Love You», verspricht Whitney Houstons wundervolle Stimme aus dem Lautsprecher.

Tausend Details

Deborah Lanz lässt den Mystery-Park – dank ihr ist dieser Name am Theaterabend irgendwie wieder zutreffend – mit viel Einfallsreichtum bespielen. Da gibts für das Publikum eine Reise durch ein Labyrinth zum Riesenbild des Sternenhimmels, unter dem Aussichtsbalkon spielt dort der Jongleur mit Kugeln.

In der Spielautomaten-Halle spielen die rosagoldenen Gala-X-Bewohner Fangis auf Rollerblades. Die oft wenig beachtete und mit den Teichen schön gestaltete Aussenanlage rückt in neues Licht. Mit dem Einsatz von ganz viel starkfarbigem Licht. Rolf Balmer von Blue Max, der für die Lichtanlagen zuständig ist, sagt vor der Vorstellung: «Wir haben mehr Scheinwerfer eingesetzt als beim Ice-Magic in Interlaken».

Deborah Lanz kann auf ein Schauspielerteam zählen, das sie zum Teil selber ausgebildet hat, und es spielt die galaktische Komödie in allen kleinen und grossen Rollen mit einer Natürlichkeit, die dank bester Schulung möglich wird, und mit wunderbarer Spielfreude. Spielfreude.

Im Team sind der auch dank seiner Rolle herausragende «Galaxist» Pierre Frutiger, Martin Gerber (Jonglage und Zauberei), Jeanine Amacher, Amber Conaty, Joshua und Harmony Eymann, Julia, Grawehr, Tobias und Barbara Anderegg und Magdalena Vogt.

Weitere Vorstellungen: 21., 22. (ausverkauft), 23., 24., 28., 29., 30., 31. August, 5., 6. und 7. September. Spielbeginn 20 Uhr. Ticketpreis 48 Franken. Freie Platzwahl. Das Jungfraupark-Team bietet in der Pause und nach dem Spiel Verpflegung an.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...