Nach Beinahe-Unglück: Deltapilot muss 800 Franken zahlen

Interlaken

Der Deltapilot, welcher in Interlaken vergessen hatte, seinen Passagier festzuschnallen, wurde vom Bundesamt für Zivilluftfahrt gebüsst. Der Passagier verzichtet auf eine Strafanzeige, beim Bazl läuft aber ein weiteres Verfahren.

Das Youtube-Video zeigt Chris Gursky, wie er ohne Sicherung am Deltasegler von Beatenberg nach Interlaken fliegt. Es wurde inzwischen fast 9 Millionen mal angeschaut. (Video: Youtube/Gursk3)

Er wollte sich einen Traum erfüllen und erlebte stattdessen einen Albtraum: Der US-amerikanische Tourist Chris Gursky buchte Mitte Oktober in Interlaken einen Delta-Tandemflug – und überlebte diesen nur mit viel Glück. Denn dem Deltapiloten unterlief ein fataler Fehler: Er vergass, seinen Passagier festzuschnallen. Auf einem Youtube-Video, welches Gursky im November veröffentlichte, ist zu sehen, wie sich der Amerikaner über zwei Minuten lang verzweifelt am Fluggerät und am Bein des Piloten festklammert.

Nach dem Beinahe-Unglück eröffnete das Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl ein Verwaltungs- sowie ein Administrativverfahren. Das Verwaltungsverfahren ist nun abgeschlossen, wie Bazl-Sprecher Christian Schubert eine Meldung des «Blick» am Montag auf Anfrage bestätigt: 800 Franken muss der Pilot für sein fahrlässiges Verhalten bezahlen. Damit kommt der Pilot glimpflich davon, denn nach 91 Artikel im Bundesgesetz über die Luftfahrt hätte er mit bis zu 20'000 Franken gebüsst werden können.

Laut Bazl-Sprecher Christian Schubert dürfte das noch laufende Administrativverfahren innerhalb der nächsten drei Monate abgeschlossen sein. Dieses soll sicherstellen, dass die Flugsicherheit des Piloten weiterhin gewährleistet ist. Die ultimative Konsequenz wäre der temporäre oder dauerhafte Entzug der Fluglizenz. Ausserdem hat auch die Bundesanwaltschaft inzwischen eine Strafuntersuchung eröffnet.

Der Pilot selber liess sich Ende November in dieser Zeitung zum Vorfall zitieren: «Das ist mir furchtbar peinlich und tut mir unendlich leid!» Erklären könne er sich den Fehler nicht. Passagier Chris Gursky hatte insgesamt unglaublich viel Glück im Unglück: Er brach sich bei der Landung lediglich das Handgelenk und riss sich wegen des langen Festhaltens eine Sehne im linken Bizeps. Inzwischen ist er wohlbehalten zurück in Florida.(ske)

Chris Gursky spricht in der Sendung «Good Morning America» über den Horrorflug.

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