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Nach Unfall: 82-Jährige verurteilt

Eine 82-jährige Frau hat mit ihrem Auto einen Velofahrer angefahren – und getötet. Nun muss sie bezahlen.

Wie sich der Unfall am 20.November 2008 zugetragen hat, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Ob die Frau kurz vor 10.30 Uhr von Oberönz oder von Niederönz her Richtung Aeschi gefahren ist, weiss sie nicht. Nur noch, dass sie kurz nach der Einmündung von Niederönz in die Solothurnstrasse im letzten Moment einen Rennvelofahrer mit gelber Weste sah, die Kollision aber nicht mehr verhindern konnte. Tragisch: Der 85-Jährige trug keinen Helm und erlitt beim Zusammenprall so schwere Verletzungen, dass er nicht mehr gerettet werden konnte. Erinnerungen sind weg Gestern musste die Autofahrerin vor Gericht erscheinen. Gerichtspräsident Fritz Aebi, der die Situation an der Unfallstelle sehr genau kennt, versuchte geduldig herauszufinden, was denn wirklich geschehen war am 20.November 2008. Vergeblich. Die 82-jährige Dame erinnerte sich einfach nicht mehr. Unmittelbar nach dem Unfall stand sie unter Schock. Sie sei wohl einen Moment unaufmerksam gewesen, habe vielleicht zu den Eseln auf der benachbarten Weide geschaut, sagte die Frau bei der Verhandlung in Aarwangen. Das Gericht befand, es sei eine «grobe Unaufmerksamkeit» gewesen, und verurteilte die Frau, die von der AHV und von Ergänzungsleistungen lebt, wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 40 Franken und zu einer Busse von 700 Franken. Ausserdem muss sie die Gerichtskosten von über 5000 Franken zahlen. Nie mehr hinters Steuer Der Angeschuldigten wurde zugutegehalten, dass sie einen blitzblanken automobilistischen Leumund hat, dass sie unter ihrem Fehler schwer leidet, dass sie versucht hatte, mit den Angehörigen des Opfers Kontakt aufzunehmen und sich seit dem Unfall nie mehr hinter ein Steuer setzte. Anderseits gab es zum Zeitpunkt des Unfalls keine erschwerenden äusseren Bedingungen, sodass das Gericht das Versagen der Frau als «grobe Unaufmerksamkeit» qualifizierte. Eduard Nacht >

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