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Nahe bei den Leuten im Dorf

Martin Baula ist seit zehn Jahren Wachtchef der Kantonspolizei in Neuenegg. Er ist mehr als

Auf dem Land verkörpern Polizisten noch den guten alten «Freund und Helfer». Bei Martin Baula ist das jedenfalls so. In den zehn Jahren auf dem Posten in Neuenegg sind viele Menschen vertrauensvoll an ihn herangetreten. «Die Leute sind froh, wenn in ausserordentlichen Situationen ein Polizist kommt», sagt der 42-jährige Wachtchef und stellvertretende Bezirkschef der Kantonspolizei Bern. Er erinnert sich an den alten Mann, der in einer kalten Winternacht auf den Polizeiposten anrief, weil seine Frau aus dem Bett gefallen war. Obschon das nicht zum Kerngeschäft der Polizei gehört, fuhren Baula und sein Kollege hin. Nachts um drei legten sie die alte Frau ins Bett zurück. «Das sind Hilfeleistungen, die von keinem Gesetz vorgeschrieben sind. Aber es ist wichtig, dass wir auch solche Aufgaben erfüllen», betont Baula. Vögel und anderes Getier Sei es eine Entenfamilie, die sich auf die Autobahn verirrt hat, oder eine Katze, die tagelang auf einem Baum verharrt – «da greifen wir ein». Baula erzählt ein weiteres Beispiel. Eine Frau kam mit einem Korb auf die Polizeiwache. Drinnen sass, auf einem bunten Häkeldeckchen, ein zerzauster Wanderfalke. «Er war in einem kläglichen Zustand. Wir überlegten, wie wir ihm helfen konnten, riefen die Vogelwarte Sempach an.» Dort riet man, den Vogel in die Auffangstation des Tierparks Dählhölzli zu bringen. Die Freunde und Helfer taten dies. Der Vogel wurde aufgepäppelt und überlebte. «Das war ein schönes Erlebnis. Die Frau hatte Vertrauen in uns, und wir konnten helfen.» Starke Nerven sind nötig Martin Baula findet die Dorfpolizeiposten nötiger denn je. So kann er den Kontakt zur Bevölkerung halten, auch wenn er oft nur Anzeigen entgegennimmt. «Ich suche die Nähe, gehe auch mal auswärts Kaffee trinken oder versuche, bei den Verkehrsinstruktionen der Schulkinder dabei zu sein.» Dies entschädigt ihn für manches, das im Polizistenberuf unangenehm ist. Wenn er zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung gerufen wird und bei häuslicher Gewalt eingreifen muss beispielsweise. «Wir können da oft vermitteln und beruhigen. Aber es braucht starke Nerven», sagt Baula. Diese versuche er auch zu behalten, wenn den ganzen Tag das Telefon läute und die Leute mit allem Möglichen an ihn gelangen. Etwa, weil eine Rechnung zu hoch ausgefallen sei. Oder weil jemand in der Familie Suizidabsichten geäussert habe. Laura Fehlmann >

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