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Naturparadies statt Sperrzone

HeimbergIm Vogelsang

«Wir hatten die Wahl», sagte Martin Schneider am Donnerstagabend, «entweder wird ein massiver Zaun und eine Sperrzone errichtet – oder wir machen etwas Richtiges.» Für den Präsidenten der Burgergemeinde Heimberg war klar: Er will etwas Richtiges. Worum geht es? Als Anfang der 70er-Jahre die heutige A6 gebaut wurde, musste der 300-Meter-Scheibenstand am Fuss des Thungschneit in Heimberg weichen. Die Nähe zur Autobahn wäre ein zu grosses Risiko gewesen. Während das Schützenhaus abgebrochen wurde, blieben Scheibenstand, Kugelfang und Splitterschutzmauer bestehen. Komplexes Projekt Anfang des neuen Jahrtausends wurde dann festgestellt: Das Gelände ist mit Blei und anderen Giften schwer belastet. Entweder wird es unzugänglich gemacht – zum Beispiel mit einem massiven Zaun – oder saniert. Letzteres ist, was Schneider am Donnerstag «etwas Richtiges» nannte. «Als wir 2003 zum ersten Mal mit einer möglichen Altlastensanierung im Vogelsang konfrontiert wurden, war bald klar, dass wir sanieren wollten», sagte Rolf Gurtner von der Heimberger Bauverwaltung bei der Einweihung des renaturierten Scheibenstandes und des angrenzenden Waldlehrpfades. Wegen der unmittelbaren Nähe zum Naturschutzgebiet Vogelsang mussten aber verschiedene Behördenstellen involviert werden, «sodass sich das Projekt etwas in die Länge zog», wie Gurtner es mit einem Augenzwinkern formulierte. Mit zunehmender Dauer des Projekts, vor allem der Altlastensanierung beim Scheibenstand, stiegen auch die Kosten. «Als wir mit den effektiven Bauarbeiten loslegen konnten, stellten wir fest, dass wir mehr Material entsorgen müssten, als eigentlich gedacht war», sagte Rolf Gurtner. Am Ende beliefen sich die Kosten für die Altlastensanierung auf rund 280000 Franken, wovon der Bund 115000 Franken übernommen hat und die Burgergemeinde bisher 40000 Franken. «Noch offen ist, wie viel Geld der Kanton am Ende beisteuert», erklärte Gurtner weiter. Hinzu kommen noch rund 35000 Franken, welche die Erstellung des Waldlehrpfades kostete. «Hier hat der Kanton bereits 10000 Franken aus dem Renaturierungsfonds gesprochen», sagte Gurtner. «Entlang des Waldlehrpfades finden wir alle Bäume und Sträucher, die entlang der Aare wachsen», erklärte Jakob Schneiter, Förster der Burgergemeinde Heimberg, auf dem Rundgang am Donnerstagabend. Der Waldlehrpfad ersetzt den Waldgarten, welcher einst hinter dem gleichnamigen Fussballplatz in Heimberg angelegt war. Dieser musste dem Lärmschutzwall entlang der Autobahn weichen. «Der Kanton verlangte eine ökologische Ersatzmassnahme, wenn wir den Waldgarten aufheben würden», erklärte Gurtner den geladenen Gästen. Deshalb habe man den Waldlehrpfad im Vogelsang angelegt. «Ich wünsche mir, dass diese Anlage lange erhalten bleibt und lebt», sagte Gemeindepräsident Niklaus Röthlisberger zu den Anwesenden. Jakob Schneiter äusserte auch gleich, wer den Pfad seiner Meinung nach nutzen könnte. «Der Pfad soll den Menschen die Fauna im Wald näherbringen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das zum Beispiel für die Schule interessant sein könnte.» Marco Zysset>

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