Zum Hauptinhalt springen

Neue Führungsposition für Mader

PsychiatrieRegula Mader wechselt in die Psychiatrie.

Am ersten März übernimmt Regula Mader bei den Universitären Psychiatrischen Diensten (UPD) Bern das Ruder. Der Berner Regierungsrat hat sie zur neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung gewählt. Die ehemalige Regierungsstatthalterin löst den 69-jährigen Karl Studer ab, der dieses Amt Mitte 2009 ad interim übernommen hatte und nun an den Bodensee zurückkehrt. Die Neubesetzung der Führungsposition hat dem Regierungsrat einige Mühe bereitet, das war bei der gestrigen Medienorientierung aus den Voten von Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud herauszuhören. Er habe lange aktiv gesucht, sagte er, «aber ich konnte niemanden ernennen». Bei den kompetenten Leuten, die in Frage gekommen wären, seien die Lohnforderungen unrealistisch gewesen. Mader sei ein eigentlicher Glücksfall. Sie erfülle die Anforderungen optimal – und sei das Lohnsystem des Kantons Bern gewohnt, sagte Perrenoud. Darauf angesprochen sagte Mader: «Der Lohn ist gut, er reicht mir längstens.» Wichtiger als das Geld sei ihr eine herausfordernde Führungsstelle, ein anregendes Umfeld und eine spannende Thematik. Pause und Entschädigung Doch auch Regula Mader zögerte zuerst, wie sie gestern erzählte. Sie habe sich schon vor zwei Jahren beworben und auch das Assessment erfolgreich absolviert, dann aber ihre Kandidatur zurückgezogen. «Ich brauchte damals erst einmal Abstand und eine Pause», sagte sie rückblickend. Mader gab ihr Amt als Statthalterin im Herbst 2009 ab. Im Zusammenhang mit der Bezirksreform erhielt sie eine Abgangsentschädigung von rund 107000 Franken (wir berichteten). Nur wer eine Anschlusslösung beim Kanton hatte, erhielt keine Entschädigung. Bei Mader war diese Anschlusslösung ja nun nicht gegeben. Sie nahm im letzten Jahr Mandate als selbstständig Erwerbende an. In der Zwischenzeit habe sie realisiert, dass ihr die Arbeit im Team sowie die Herausforderung einer Führungsposition fehlten, sagte sie. So habe sie sich ein zweites Mal beworben. Sie bestand auch das zweite Assessment. «Jetzt bin ich voller Energie. Ich könnte heute schon beginnen», so Mader. Die 48-jährige Fürsprecherin war auch als Kandidatin für den Gemeinderat in Bern im Gespräch gewesen. «Ich stehe für eine Gemeinderatskandidatur 2012 nicht zur Verfügung», sagte sie gestern. Das sei für sie schon lange klar, auch wenn sie sich nicht dazu geäussert habe, genauso wie sie sich gestern nicht über 2012 hinaus äussern wollte. Die Politik schaut trotzdem genau auf das SP-Mitglied Mader. Ihre Ernennung sei Zeichen des roten Filzes in der Gesundheits- und Fürsorgedirektion, wurde kritisiert (wir berichteten). SP-Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud hatte diese Kritik vorausgesehen: «Das war das einzige Problem, das ich bei Frau Mader hatte: Ich wusste, dass es als SP-Filz angesehen würde, wenn ich sie vorschlage.» Was aber zähle, sei die Kompetenz. Mader selber betonte, dass sie sich während der fast zehn Jahre als Statthalterin in einem politisch brisanten Umfeld stets fachlich geäussert und nicht auf politische Spiele eingelassen habe. Veränderungsprozess Gemäss Gesundheitsdirektor Perrenoud übernimmt Mader einen Betrieb, der am Anfang eines grossen Veränderungsprozesses steht. Karl Studer habe die Strategieentwicklung dynamisch zum Abschluss gebracht. Es seien Schwerpunkte geschaffen worden, und die Verlagerung in den ambulanten Bereich stehe an. Mader müsse diesen Weg weiterführen. Dass sie keinen medizinischen Berufshintergrund hat, sei dabei kein Nachteil, so Perrenoud, der als Arzt und ehemaliger Direktor der psychiatrischen Dienste Berner Jura und Biel-Seeland weiss, wovon er spricht. Ihm sei selbst eingetrichtert worden, Chefarzt zu sein allein genüge nicht, um eine Institution zu führen. Es brauche auch Managementkenntnisse. «Wenn man Arzt ist, umso besser», aber Chefärzte mit Managementerfahrung seien eher rar, so der Gesundheitsdirektor. Karl Studer, der als Chefarzt und Direktor im Thurgau und Aargau tätig gewesen war, meinte, für ihn sei es von Vorteil gewesen, zu wissen, wie eine Therapieplanung aussehe oder eine Abteilung funktioniere. Diese Erfahrung habe er in die Planung einbringen können. Nun sei die fachliche Entwicklung gemacht, und es brauche jemanden, der sie umsetze. «Jetzt sind die UPD juristisch kompetenter.» Die UPD zählen rund 1300 Mitarbeitende und sind für die psychiatrische Versorgung der Erwachsenen in der Agglomeration Bern und im deutschsprachigen Teil von Biel zuständig sowie für Kinder und Jugendliche im ganzen Kanton. Brigitte Walser >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch