Neue Ideen für die Zukunft des Festes

Interlaken

Der Verein Trachten- und Alphirtenfest Unspunnen mit Präsident Ueli Bettler an der Spitze konnte seinen ­Mitgliedern am Mittwochabend einen erfreulicheren Rechnungsabschluss des Unspunnenfestes 2017 präsentieren, als budgetiert war.

Jrène Küng (l.), neues Vorstandsmitglied im Unspunnenverein zusammen mit Präsident Ueli Bettler. Auf dem Bild fehlt das zweite, neue gewählte Vorstandsmitglied, Malou Balmer. Die Trachtenschneiderin konnte an der Hauptversammlung vom Mittwochabend in Matten nicht anwesend sein.

Jrène Küng (l.), neues Vorstandsmitglied im Unspunnenverein zusammen mit Präsident Ueli Bettler. Auf dem Bild fehlt das zweite, neue gewählte Vorstandsmitglied, Malou Balmer. Die Trachtenschneiderin konnte an der Hauptversammlung vom Mittwochabend in Matten nicht anwesend sein.

(Bild: Hans Urfer)

«Es wurde im Allgemeinen äusserst konsequent und eher zugunsten der Festivitäten rund um Unspunnen 2017 abgerechnet», sagte am Mittwoch Felix Hofstetter. Der Finanzchef des Vereins Trachten- und Alphirtenfest Unspunnen und in dieser Funktion auch zuständig für alle finanziellen Aspekte rund um das Unspunnenfest 2017 stellte an der Medienorientierung vorgängig der Vereinsversammlung allen Ressortverantwortlichen ein «sehr gutes Zeugnis» aus.

Verzicht auf Defizitgarantie

Anstatt eines budgetierten Verlustes von rund 169 000 Franken schloss die Festrechnung 2017 schlussendlich mit einem deutlich kleineren Minus von knapp 5700 Franken ab.

Auch die Vereinsrechnung des vergangenen Jahres schloss mit einem Verlust von knapp 7000 Franken besser ab als erwartet. Die positiven Zahlen hatten zur Folge, dass der Verein auf die ­bewilligten Defizitgarantien der Trägerschaftsgemeinden Interlaken, Matten, Unterseen, Bönigen, Wilderswil und Ringgenberg/Goldswil verzichten konnte. Ueli Bettler, Präsident des ­Organisationskomitees und auch Präsident des Vereines, wies gegenüber den Medien wiederholt auf den «grossen Erfolg» des vergangenen Unspunnenfestes hin.

«Es darf nicht einschlafen»

Dass nach den Festivitäten vom vergangenen Jahr der Name ­«Unspunnen» in aller Munde bleiben wird und nicht in rund zehn Jahren wieder mit grossem Aufwand die nächste Austragung im Jahr 2029 auf die Beine gestellt werden muss, dafür will der Verein sorgen. «Es kann nicht sein, dass nach dem Höhepunkt vom ­vergangenen Jahr ‹Unspunnen› jetzt einschläft», sagte Bettler. So habe sich der Vereinsvorstand anlässlich einer Klausur im Frühling mit der Weiterentwicklung des Kulturgutes Unspunnen befasst.

«Es kann  nicht sein, dass nach dem Höhepunkt vom vergangenen Jahr jetzt einschläft.»Ueli BettlerOK- und Vereinspräsident Unspunnen

Zahlreiche Innovationen anlässlich des Unspunnenfests 2017, beispielsweise der Tag der Jugend, hätten den Verant­wortlichen aufgezeigt, dass die Marke und der Geist von Unspunnen unbedingt auch zwischen den Festen gehegt und gepflegt werden müssen, um das «Unspunnen-Feuer» aufrechtzuerhalten. In diesem Zusammenhang habe der Vorstand entschieden, die Geschäftsstelle Unspunnen für die nächsten Jahre der Tourismusorganisation Interlaken (TOI) anzugliedern.

Mehrere Massnahmen

«Unspunnen» wird künftig in den Nicht-Unspunnen-Jahren mit gezielten Massnahmen und bescheidenen Aufwänden präsent gehalten. Dies zum Vorteil des nächsten Unspunnen-Schwingets im Jahr 2023 und in jedem Fall für das nächste Unspunnenfest 2029. Diese Pflege wird in die Promotionsmassnahmen von Interlaken Tourismus integriert, die das Segment «Brauchtum und Tradition» als Verkaufsargument für die Schweiz und für die Destination Interlaken gezielt zur Besucherwerbung einsetzt.

Tracht als Brückenbauer

Die hohe Glaubwürdigkeit der Unspunnen-Geschichte, sagte Bettler, verschaffe der «Marke Unspunnen» einen Wert, den es zur Unterstützung des Tourismus in der Region professionell zu erhalten lohne. Die Massnahmen stützen insbesondere die Teilbereiche Nachwuchsförderung, Pflege von Brauchtum und Tradition und anderes, so unter anderem mit dem Angebot der neuen Interlaken-Edelweiss-Tracht als Brückenbauer zwischen Tradition und Innovation.

Des Weiteren wird der Verein Trachten- und Alphirtenfest Unspunnen mit Unterstützung der Geschäftsstelle TOI durch Unspunnen 2017 aufgebaute strategische Kooperationen mit nationalen Verbänden, Organisationen und nationalen Behörden weiterpflegen und, wo sinnvoll, weiter ausbauen. Als weiterer ­Bestandteil der Neuausrichtung wird der Zusammenarbeit mit den Schwingern ein besonderes Augenmerk geschenkt. Beide Bereiche, Unspunnen-Schwinget und Trachten- und Alphirtenfest, sehen in einer Zusammenarbeit Vorteile zur Stärkung beider unabhängiger Organisationen.

Küng und Balmer gewählt

Die statutarischen Geschäfte der nach der Medienorientierung folgenden Vereinsversammlung beinhalteten unter anderem eine Statutenrevision, welche von den Vereinsmitgliedern einstimmig genehmigt wurde. Unter Vorbehalt des Entscheides des Eid­genössischen Schwingerverbandes sollen Marketingaktivitäten unter einem gemeinsamen Logo erfolgen.

Und erstmals in der zwölf Jahre langen Vereinsgeschichte des Trachten- und Alphirtenfests wurden zwei Frauen in den Vorstand gewählt. Mit Malou Balmer und Jrène Küng werden künftig zwei «Unspunnen-Kennerinnen» für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Kulturgutes Unspunnen mitverantwortlich sein. Mit der Wahl der beiden Frauen will der Verein ein weiteres Zeichen der Modernisierung für eine erfolgreiche Zukunft ­setzen. Beide Frauen wurden von den Mitgliedern per Akklamation gewählt.

Als Dank an die Mitglieder von Verein und Organisationskomitee organisierte der Verein im Anschluss an die Hauptversammlung einen Apéro riche im Waldhotel Unspunnen in Matten.

Blick in Unspunnen-Stube

Zugleich konnten sich die Vereinsmitglieder ein Bild der neu gestalteten «Unspunnen-Stube» machen, die im Waldhotel künftig als Treffpunkt für alle Unspunnen-Freunde zur Verfügung steht.

Berner Zeitung

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