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Neue Köpfe auf neuen Wegen

Die katholische Kirche in der Region Bern hat eine neue Führung. Statt Ausbau steht in nächster Zeit ein Umbau in Aussicht.

Das römisch-katholische Dekanat Region Bern hat mit seinem neuen Signet seit kurzem nicht nur ein neues Gesicht, sondern in der Führung auch neue Gesichter. Neu steht ein Dreierteam an der Spitze, das sich gestern den Medien vorstellte. Die Dekanatsleitung hat Bernhard Waldmüller übernommen, der bisher in Bümpliz arbeitete. Ihm unterstehen 15 Pfarreien und 4 anderssprachige Missionen. In dieser Funktion wird ihn der neue Leitende Priester Georges Schwickerath unterstützen. Der bisherige Pfarrer der Gemeinde Bruder Klaus wird mit einem Pensum von 20 Prozent amten. Für die Führung der Fachgruppen wie Seelsorge, Jugend- oder Sozialarbeit ist künftig François Emmenegger zuständig. Als Dekanatsbeauftragter untersteht er Waldmüller. Der bisherige Co-Leiter des Dekanats, Karl Graf, der zwei Jahre vor seiner Pensionierung steht, behält seine Arbeit bei der Fachstelle Kirche im Dialog, welche die Zusammenarbeit mit anderen Religionen unterstützt. Erste Erfolge mit PEP «Der neue Auftritt muss einhergehen mit dem Inhalt», sagte Graf – und darüber hat sich die Führung des Dekanats bereits Gedanken gemacht. Fest steht: Die Leute gehen heute nicht mehr in die Kirche, die mitten im Dorf steht. Vielmehr geht die Kirche zu den Zentren, wo die Menschen sind. Laut dem neuen Dekanatsleiter Waldmüller geht es weniger um einen Ausbau der Kirchgemeinden denn um eine bessere Einbindung der bisherigen Kirchenmitglieder. Im Mai dieses Jahres hat das Dekanat mit dem Segen des Basler Bischofs Kurt Koch den Pastoralen Entwicklungsplan (PEP) verabschiedet. Der Slogan lautet: «zentral steuern – dezentral führen – gemeinsam handeln». Um die Menschen zu erreichen, werden bei PEP vor allem drei Fachbereiche in den Vordergrund gestellt: die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Sozialarbeit sowie Beratung und Bildung, alle unter der Regie vom neuen Dekanatsbeauftragten François Emmenegger. Detaillierte Pläne werden erst im kommenden Frühling vorliegen. Erste Erfahrungen hat das Dekanat Region Bern jedoch bereits gemacht. Laut Waldmüller ist eine Gruppe entstanden, welche neue Rituale bei wichtigen Übergängen im Leben entwickelt. Als Beispiele nennen die Kirchenvertreter die Pensionierung oder die Trennung vom Partner oder der Partnerin. «Der Kurs stiess auf grosses Interesse», hielt Waldmüller fest. Der Ökumene treu bleiben Bei der ökumenischen Arbeit will das Dekanat Region Bern weiterhin auf einer liberalen Schiene fahren. Dies jedenfalls unterstrich Waldmüller an der gestrigen Medienkonferenz. Wegen seiner Einsetzung durch Ex-Bischof Kurt Koch war ein neuer Wind in eine konservativere Richtung befürchtet worden. Internationale Zukunft Eine grosse Herausforderung sieht Schwickerath bei der internationalen Zusammensetzung der katholischen Kirche. Rund ein Drittel der Mitglieder im Dekanat Bern sind Migrantinnen und Migranten. Waldmüller, selbst gebürtiger Deutscher, und Schwickerath, ein Luxemburger, haben in ihren Gemeinden Bümpliz und Bruder Klaus am Burgernziel die internationale Gemeinschaft kennen gelernt. «Viele haben ein anderes Kirchenverständnis und andere Gewohnheiten. Das müssen wir ernst nehmen», sagt Schwickerath. Es sei eine grosse Herausforderung, jedoch nicht im Sinne von Reibereien. Vielmehr stecke in dieser Vielfalt ein «wahnsinniges Potenzial. Es ist ein Geben und Nehmen.» Hannah Einhaus>

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