Neue Projekte, neues Klima

Klimawandel und Gartenerweiterung beschäftigten die Hauptversammlung des Alpengartens.

Ehrenmitglied Rudolf Zaugg (l.) gratuliert Vorstandsnachfolger Hansruedi Brunner.

Ehrenmitglied Rudolf Zaugg (l.) gratuliert Vorstandsnachfolger Hansruedi Brunner.

(Bild: PD)

Seit letztem Jahr verpachtet die Bergschaft Üsser Iselten dem Alpengarten ein zusätzliches Stück Land. Durch die Borstgrasweide mit Schwefelanemonen, Enzianen und Arnika wurde ein neuer, hindernisfreier Zugang zum Garten gebaut – zusammen mit dem Wetter wohl mit ein Grund, dass die Hauptversammlung des Trägervereins am Samstag sehr gut besucht war.

Bedrohte Vielfalt

Der botanische Alpengarten präsentiert seine derzeit über 700 Pflanzenarten aus den Schweizer Bergen so weit möglich in ihren natürlichen Pflanzengesellschaften. Eine typische Borstgrasweide fehlte bisher, deshalb freut sich der Verein doppelt über die Erweiterung.

Auch im alten Gartenteil wird die Pflanzensammlung laufend erweitert. «Das ist vor allem dem Gartenteam zu verdanken», sagte der wissenschaftliche Leiter des Alpengartens, Markus Fischer. Zu den Pflanzen, die das Gartenteam pflegt, gehören auch seltene und gefährdete Arten, für deren Erhaltung die Schweizer Bestände besonders wichtig sind. Doch gerade seltene Arten kommen durch den Klimawandel besonders unter Druck. Das zeigten Forschungsprojekte, an denen der Alpengarten beteiligt war.

Zu den Auswirkungen des Klimawandels auf ganze Pflanzengesellschaften dürfte eine neue Aufnahme der «Lüdi-Weide» Hinweise geben, die Markus Fischer für diesen Sommer ankündigte. Dieses Stück Alpweide, das in den 1930er-Jahren einem Düngerversuch im Vorfeld der «Anbauschlacht» diente, liefert seit Jahrzehnten spannende Forschungsresultate. Es zeigte etwa, wie selbst eine einmalige Düngung alpine Pflanzengesellschaften auf Jahrzehnte hinaus verändern kann und wie an kargen Standorten die artenreichsten Pflanzengesellschaften am meisten Biomasse produzieren.

Neues Ehrenmitglied

Neu in den Vorstand wählte die Versammlung Markus Röösli aus Matten und Gärtnermeister Hansruedi Brunner aus Kirchdorf. Brunner wird Nachfolger von Rudolf Zaugg, der das Gartenteam im letzten Vierteljahrhundert beraten und tatkräftig unterstützt hat. Die Versammlung ernannte Rudolf Zaugg für seinen grossen Einsatz zum Ehrenmitglied.

pd

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