Zum Hauptinhalt springen

Neue Stimme mit neuen Geschichten

Er ist neu bei den Morgengeschichten auf Schweizer Radio DRS1: Michael Lampart alias Achim Parterre erzählte von Neophyten und Billettautomaten und wollte die Leute zum Nachdenken anregen –

Guten Tag, Michael Lampart – oder soll man lieber sagen: Guten Tag, Achim Parterre? Michael Lampart: Achim Parterre ist mein Autorenname, das stimmt Wieso dieses Pseudonym? Nun, der Vorname Achim ist so etwas wie ein Anagramm zu Michael, in ihm kommen, einfach in anderer Reihenfolge, fast alle Buchstaben aus meinem richtigen Vornamen vor. Und Parterre schliesst nahtlos an den Nachnamen Lampart an, lässt mit seinem französischen Einschlag zudem etwas von meinen Wurzeln im zweisprachigen Biel anklingen und steht weiter für meine Erdverbundenheit. Einen Autorennamen zu haben, ist für mich gerade auf der Bühne sehr wichtig, weil ich dank ihm leichter in die Rolle schlüpfen kann, die ich dort einzunehmen habe. Letzte Woche waren Sie erstmals sechs Tage lang mit Morgengeschichten auf Schweizer Radio DRS1 zu hören. Haben die Leute in Langnau regaiert? Ich hatte Echos aus der ganzen Schweiz, erhielt über Mail viele positive Rückmeldungen. Und zu Hause? Wurden Sie auf der Strasse angesprochen? Sicher. Allerdings ist es nicht so, dass ich im Dorf nun bekannter wäre als vorher. Am Radio hört man ja nur die Stimme und sieht die zugehörige Person nicht. Die meisten Reaktionen hatte ich erstaunlicherweise auf die Geschichte mit den Neophyten. In dieser Episode ging es um einen Hobbygärtner, der mit Akribie all die fremden Pflanzen bekämpft, die sonst im Nu seinen Garten übewuchern würden. Vielleicht hat diese Erzählung auch deshalb so berührt, weil sie hintergründig das Thema der Migration anspricht. Der Gärtner, der mit den ausgerissenen Pflanzen schimpft und ihnen auf die Art eine Beachtung schenkt, von der ihre von den Menschen geliebten Artgenossen nur träumen können, steht also für die Ausländer. Das kann man so sehen. Gleichzeitig hat sich aber auch ein Gärtner gemeldet, der einfach glücklich war, etwas über die Neophyten gehört zu haben Ich berichte sehr gerne über Dinge, die aus dem Nichts heraus zu einem Thema geworden sind, und formuliere daraus Geschichten, die man vorder- wie hintergründig verstehen kann. Spannend wird es, wenn die Leute sogar Sachen in meinen Texten hören, an die ich gar nicht gedacht habe. Sich selber schonen Sie ja auch nicht. So erzählen Sie, wie Sie vor einem neuen Billettautomaten standen und ihn nicht bedienen konnten. Es ist in der Tat so, dass ich mich nicht ausnehme. Wobei dieses Ich nicht eins zu eins mir entspricht, sondern eine Kunstfigur ist, die Teile meiner Persönlichkeit enthält. Wo die Grenze zwischen Realität und Fiktion verläuft, bleibt dabei offen. Wie kommen Sie überhaupt zu Ihren Geschichten? Die Themen fallen mir meist zu. Ich muss einfach mit offenen Augen durch die Welt gehen und mit allen Sinnen wahrnehmen, was um mich herum passiert. Inwieweit hilft Ihnen da Ihre Stelle als Leiter des Velo-Hauslieferdienstes in Langnau? Mein Job ist in diesem Zusammenhang nicht wichtiger als mein Alltag sonst. Das gilt generell: Die Arbeit für den Hauslieferdienst und die schreiberische Tätigkeit sind zwei gleichwertige Standbeine für mich. Auch wirtschaftlich. Interwiew: Stephan KünziMichael Lampart alias Achim Parterre (40) liest seit neustem Morgengeschichten auf Radio DRS1, das nächste Mal vom 22. bis am 27. November. •www.achimparterre.ch >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch